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Bundesrepublik Deutschland

Flagge

Die Farben der Bundesflagge wurden mit Artikel 22 des Grundgesetz vom 23. Mai 1949 angenommen, während die Proportionen in der Anordnung über die deutschen Flaggen vom 7. Juni 1950 geregelt sind.

Die Bundesflagge der Bundesrepublik Deutschland

Die Dienstflagge der Bundesbehörden

Die Verwendung der Dienstflagge der Bundesbehörden (kurz Bundesdienstflagge), ist in der Anordnung über die deutschen Flaggen vom 7. Juni 1950 festgelegt. Diese Anordnung wurde am 13. November 1996 auf die Flagge in Bannerform ausgedehnt:

"Die Dienstflagge hat die gleichen Querstreifen wie die Bundesflagge, darauf, etwas
zum Mast hin verschoben, in den schwarzen und den goldfarbenen Streifen je bis
zu einem Fünftel übergreifend, den Bundesschild, den Adler zum Mast gewendet.
Das Verhältnis der Höhe zur Länge des Flaggentuches ist 3:5.
Wird die Bundesdienstflagge in Bannerform verwendet, ist der Bundesschild, den
Adler zum schwarzen Streifen hin gewendet, parallel zu den Längsstreifen
ausgerichtet, etwas zum Mast verschoben, in den schwarzen und den
goldfarbenen Teil je bis zu einem Fünftel übergreifend."

Die Bundesdienstflagge ist Symbol des Bundes und darf ausschließlich von Bundesinstitutionen verwendet werden. Länder, Gemeinden, Bürger und privatrechtliche Institutionen dürfen die Bundesdienstflagge genau so wenig verwenden wie ausländische Personen oder Institutionen.

Die im Handel erhältlichen Flaggen beinhalten nicht den Bundesschild, sondern das Staatswappen. Bundesschild und Staatswappen (Bundeswappen) unterscheiden sich in der Darstellung des Adlers und in der Form.

Die Bundesdienstflagge der Bundesbehörden

Bundesflagge mit Staatswappen (Inoffizielle Variante, deren private Nutzung geduldet wird):

Inoffizielle Variante der Bundesdienstflagge

Die Dienstflagge der Seestreitkräfte

Die Dienstflagge der Seestreitkräfte der Bundeswehr, entspricht der Bundesdienstflagge, ist jedoch als Doppelstander ausgeführt. Sie wurde auf Anordnung des Bundespräsidenten am 25. Mai 1956 eingeführt. Sie wird von allen deutschen Kriegsschiffen und ihren Beibooten geführt. Auch ständig besetzte Küstenstationen führen sie, während die zivil besetzten Hilfsschiffe der Marine die Bundesdienstflagge führen.

Der Bundesschild befindet sich etwa in der Mitte zwischen dem Flaggenstock und dem Einschnitt, jedoch etwas weiter vom Flaggenstock entfernt. Damit unterscheidet sich die Dienstflagge der Seestreitkräfte gestalterisch von früheren Reichskriegsflaggen, die meist die Reichsfarben als Kreuz angeordnet führten. Die Dienstflagge der Seestreitkräfte lehnt sich dabei an die Flagge von 1848 an, wie sie auch von der Reichsflotte geführt worden ist. Sie steht damit in der demokratischen Tradition der Paulskirchenregierung.

Die Dienstflagge der Seestreitkräfte

Die Handelsflagge

Als Handelsflagge wird die Flagge bezeichnet, die von Handelsschiffen und anderen Schiffen im privaten Besitz als Nationalflagge gehisst wird. Das Recht zur Führung der Handelsflagge wird durch ein staatliches Flaggenzeugnis verliehen. Die deutsche Handelsflagge ist die Bundesflagge (schwarz-rot-gold). Als solche wird sie seit 1950 in der Bundesrepublik Deutschland, und seit 1990 im wiedervereinigten Deutschland geführt.

Die Handelsflagge

Farben

Historisch sind die Farben Schwarz-Rot-Gold seit Anfang des 19. Jahrhunderts. Die genauen Farbtöne der deutschen Flagge sind nicht per Gesetz festgelegt. Für die technische Beschreibung verwendet das Bundesministerium des Innern momentan folgende RAL-Farbwerte, mit deren Entsprechung im Pantone- und HKS-Farbsystem sowie einer Empfehlung für das CMYK-System:

FarbeRALPantoneCMYKRGB (Hex)
Schwarz9005 0-0-0-10000 00 00
Rot30204850-100-100-0FF 00 00
Gold10211160-12-100-5FF CC 00

Die halboffiziellen CMYK-Werte für Gold sind an die Pantone orientiert und führen zu einem leicht zu hellen Gelbton, da RAL 1028 einer Farbnuance zwischen PMS 116 und 123 beziehungsweise CMYK 0-35-100-0 entspricht. Die offiziellen Farben der Bundesregierung weichen von den oben genannten etwas ab. Verwendet werden dort RAL 9005 Tiefschwarz (CMYK 0-0-0-100), RAL 3020 Verkehrsrot (CMYK 0-100-100-0) und RAL 1021 Rapsgelb (CMYK 0-12-100-5).

Geschichtlicher Verlauf

Die deutschen Farben reichen zurück in die freiheitliche Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts. Die in Jena 1818 gegründete "Allgemeine deutsche Burschenschaft" wählte diese Farben für sich in der Annahme, dass es sich dabei um die Farben des alten Reiches handele. Wie weit dabei auch ein Rückgriff auf die rot besetzten schwarzen Uniformen des Lützowschen Freikorps aus den Befreiungskriegen (1813/1814) mitspielte, ist umstritten.

Deutlich sichtbar etablieren konnte sich die neue Trikolore auf dem Hambacher Fest (1832), auf dem sich rund 40.000 demokratisch und national gesinnte Studenten und Professoren versammelten, und in der Märzrevolution des Jahres 1848. Unter dem Druck der revolutionären Ereignisse verkündete am 9. März 1848 der "Deutsche Bundestag" - die damalige Versammlung der Gesandten der Einzelstaaten des "Deutschen Bundes" - Schwarz-Rot-Gold als Bundesfarben. Nach dem Scheitern der Revolution verschwand zunächst die Flagge als gesamtstaatliches Symbol.

Für den Norddeutschen Bund (1867-1871) verfügte Reichskanzler Otto von Bismarck eine Neuschöpfung, die Farben Schwarz-Weiß-Rot, als Flagge der Kriegs- und Handelsmarine. Sie wurde 1892 vom Deutschen Kaiserreich als Nationalflagge übernommen.

Erst in der Weimarer Republik wurden die Farben Schwarz-Rot-Gold als Reichsfarben anerkannt und in die Verfassung aufgenommen. Ein Zugeständnis an die Anhänger der Farben Schwarz-Weiß-Rot war die Handelsflagge. Sie war schwarz-weiß-rot mit den Reichsfarben in der oberen inneren Ecke (Oberecke). Der Kompromiss machte deutlich: Die Flaggenfrage blieb weiterhin in der Diskussion und auf der Tagesordnung. Sie entwickelte sich zum Dauerstreit, über den 1926 sogar die Reichsregierung stürzte.

1935 zwang die NSDAP der Nation ihre Parteifahne auf. Die Hakenkreuzfahne wurde durch das Reichsflaggengesetz zur Nationalflagge erklärt. In ihr symbolisiert sich bis heute die nationalsozialistische Gewaltherrschaft.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges lag es nahe, dass die Bundesrepublik Deutschland auf die alten Farben der 48er Revolution und der Weimarer Demokratie zurückgriff. Ein Redner im Parlamentarischen Rat fasste dies so zusammen:

"Die Tradition von Schwarz-Rot-Gold ist ... Einheit in der Freiheit.
Diese Flagge soll uns als Symbol dafür gelten, dass die
Freiheitsidee der persönlichen Freiheit eine der Grundlagen
unseres zukünftigen Staates sein soll."