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Bundeswehr

Geschichte der Deutschen Marine

Flotten deutscher Teilstaaten  12. - 18. Jahrhundert

Nicht nur zu Lande sondern auch auf dem Wasser festigten die deutschen Teilstaaten und Städte ihre Macht durch den Unterhalt eigener Streitkräfte. Sie waren nicht gegen den Zentralstaat gerichtet, sondern waren wegen dessen Schwäche notwendig, um sich zu verteidigen.

Hanse (12. - 17. Jahrhundert)

Den ersten bedeutenden Auftritt einer deutschen Seemacht unternahmen die Städte der Hanse, ein Zusammenschluss von Handelsstädten. Sie bewaffneten ihre Handelsschiffe, rüsteten diese in Kriegszeiten zu Kriegsschiffen um und wurden wie beispielsweise Lübeck zu einer politischen und militärischen Macht in Nordeuropa.

Der Seekrieg wurde zumeist als Kaperkrieg geführt, daneben waren Seeblockaden üblich. Angesichts ihrer Überlegenheit zur See konnte die Hanse auch an Land schnell militärische Schwerpunkte bilden, indem sie mit ihren Schiffen Soldaten in den Einsatz beförderte. Den Typus des späteren Marinesoldaten gab es zu dieser Zeit noch nicht, die Besatzungsangehörigen waren Seeleute und Soldaten zugleich, die Kapitäne zudem noch Kaufleute.

Im 16. Jahrhundert verfiel die Macht der Hanse. Einzelne Hansestädte unterhielten allerdings weiterhin kleinere Seestreitkräfte, so auch Hamburg, dessen Schifffahrtsbehörden noch heute die alte Hamburger Admiralitätsflagge führen.

Brandenburg und Preußen (1657 - 1701)

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bemühte sich in Brandenburg Friedrich Wilhelm, der Große Kurfürst, um den Aufbau einer Marine und den Erwerb von Kolonien. Nach anfänglichen Erfolgen kam es zu Rückschlägen und unter seinem Nachfolger wurde die Kurbrandenburgische Marine zu Anfang des 18. Jahrhunderts wieder aufgelöst.

Das 1701 aus dem Kurfürstentum Brandenburg entstandene Königreich Preußen beschränkte sich in den nächsten knapp 150 Jahren mit wenigen Ausnahmen darauf, eine kontinentale Landmacht zu sein.

Auch Friedrich der Große, 1744 in den Besitz Ostfrieslands und damit des Nordseehafens Emden gelangt, hielt an dieser Politik fest. Er wollte Preußen an dem aufblühenden Seehandel mit fremden Kolonien teilhaben lassen, ohne eine eigene Kriegsmarine aufzustellen. Er unterstützte die Gründung mehrerer Handelskompanien, so 1751 die Preußisch-Asiatische Kompanie, deren Niedergang jedoch bereits 1756 mit Beginn des Siebenjährigen Krieges begann. Sie musste 1765 wieder aufgelöst werden.

1772 entstand auf seine Veranlassung die "Societé de Commerce maritime" zur Beförderung des Handels mit eigener Flotte, die sich später Preußische Seehandlung nannte und noch heute in Form einer Stiftung besteht.

Österreich (1786 - 1918)

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde eine österreichische Marine gegründet, die nicht mehr unter der kaiserlichen Flagge segelte (s. o.) sondern eine teilstaatliche Marine war. Ab 1786 begann der Aufbau dieser Marine, die mit Unterbrechungen während der Napoleonischen Kriege bis zum Jahre 1918 fortbestanden hat.