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Bundeswehr

Geschichte der Deutschen Marine

Deutsche Marinen  1945 - 1990

Deutsche Seeverbände (1945 - 1955)

Nach der Bedingungslosen Kapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945, wurde auch die Kriegsmarine durch die Alliierten aufgelöst. Allerdings blieb ein Teil des Personals weiterhin im Einsatz, um Seeminen an den deutschen Küsten zu räumen. Dieser Deutsche Minenräumdienst (englisch: German Minesweeping Administration / GMSA), verfügte zeitweise über 27.000 Mann und 300 Fahrzeuge unter Aufsicht der westlichen Alliierten.

1947 wurde die Kriegsmarine in eine kleinere Organisation überführt. Auch in den nächsten Jahren räumten deutsche Seeverbände wie der Seezoll, der Seegrenzschutz und so genannte Dienstgruppen der Alliierten vor der deutschen Käste Minen, damit die deutschen Seehäfen wieder ungefährdet angelaufen werden konnten. Die so genannte Schnellbootgruppe Klose, führte im britischen Auftrag verschiedene Spezialoperationen in der Ostsee durch.

Auch in der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) gab es bereits ab 1946 Seeverbände der Deutschen Grenzpolizei, aus denen 1950 die Kasernierte Volkspolizei (See) hervorgegangen ist.

Bundesmarine (1956 - 1990)

Die Seeverbände im Westen bildeten einen Grundstock für die 1956 aufgestellte Bundesmarine als Teilstreitkraft der Bundeswehr. Sie ermöglichten es ihr, bereits am 1. April 1957 der NATO zwei einsatzfähige Minensuchgeschwader als ersten deutschen Beitrag zum Bündnis zur Verfügung zu stellen.

Anders als alle ihre Vorgänger war die Bundesmarine in ein bestehendes Militärbündnis hinein konzipiert worden. Sie hatte einen klaren Auftrag zur Verteidigung des Territoriums der NATO-Staaten im Bereich der Ostseezugänge und zum Schutz alliierter Verstärkungstransporte in Nordsee und Nordatlantik. Ein Einsatz außerhalb dieser Gebiete war zunächst nicht vorgesehen.

Gleichwohl repräsentierte sie auf Auslandsreisen die Bundesrepublik Deutschland weltweit. Die Stärke der Bundesmarine betrug etwa 38.000 Mann mit über 200 Schiffen und Booten; hinzu kamen bis zu 190 Flugzeuge.

Kasernierte Volkspolizei (See) und Volksmarine (1956 - 1990)

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) war bereits zu Beginn mit dem Aufbau einer Kasernierten Volkspolizei (See) begonnen worden, die von Beginn an als Kern eigener Seestreitkräfte gedacht war.

Bei Gründung der Nationalen Volksarmee (NVA) im Januar 1956, konnte sie 10.000 Mann mit fast 100 Fahrzeugen in ihre Marine übernehmen, die seit dem 3. November 1960, dem Jahrestag des Kieler Matrosenaufstands von 1918, Volksmarine hieß.

Sie verfügte über etwa 17.000 Mann (1973) und eine große Zahl kleinerer Fahrzeuge wie etwa Minensucher, Schnellboote und kleinere Landungsschiffe - jedoch nicht über U-Boote.

Die Volksmarine wurde wie die NVA, am 2. Oktober 1990 aufgelöst. Ein Teil ihres Personals und einige Schiffe wurden in die gesamtdeutsche Marine übernommen.