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Bundeswehr

Geschichte der Deutschen Marine

Deutsche Marine  1990 - heute

Entwicklung seit 1990

Deutsche Marine ist die offizielle Bezeichnung der Seestreitkräfte der deutschen Bundeswehr seit 1990. Die Marine ist die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr.

1990 hatte die Marine zunächst ihre bisherige Struktur im Wesentlichen beibehalten. Sie wurde danach jedoch wie die gesamte Bundeswehr, schrittweise verkleinert. Nur ein kleiner Teil des Personals und des Materials der Volksmarine wurde übernommen. Die Regelungen des Zwei-plus-Vier-Vertrages erlaubten es bis Ende 1994 nicht, der NATO zuzuordnende Streitkräfte auf dem Territorium der vormaligen DDR zu stationieren. Deshalb wurden die Teile der ehemaligen Volksmarine, die zunächst noch weiterhin in Dienst gehalten werden sollten, in einem eigenen Marinekommando Ost mit Sitz in Rostock zusammengefasst, das zunächst dem Bundeswehrkommando Ost in Strausberg unterstand.

Ab 1995 konnte eine einheitliche Marinestruktur geschaffen und die im Beitrittsgebiet stationierten Kräfte der NATO unterstellt werden. Das Marinekommando Ost wurde aufgelöst, stattdessen wurden einige neue Dienststellen im Beitrittsgebiet aufgestellt (Marineabschnittskommando Ost, Marinetechnikschule), andere wurden von Westen dorthin verlagert (Schnellbootflottille, Marineamt).

Erst mit der im Jahre 2000 vom Bundesminister der Verteidigung (Verteidigungsminister) Rudolf Scharping eingeleiteten Bundeswehrreform, begann sich die Organisation der Marine grundsätzlich zu verändern. Inzwischen ist an die Stelle der bisher üblichen stufenweisen Bundeswehrreformen ein kontinuierlicher Prozess getreten, der mit dem Begriff Transformation beschrieben wird.

Die Anzahl kleinerer, vor 1990 speziell für die Ostseekriegführung vorgesehener Schiffe und Boote wird weiter reduziert. Dafür wird eine kleinere Zahl größerer Fahrzeuge verschiedener Typen (z. B. Einsatzgruppenversorger, Fregatten, Korvetten) beschafft. Gleichzeitig wird die Anzahl der Marinesoldaten auf etwa 25.000 verringert. Im Verhältnis zu den anderen Teilstreitkräften ist der Anteil der Marinesoldaten in der Bundeswehr dagegen gewachsen; von etwa 7,7% vor 1990 auf künftig etwa 10%.

Aufgaben der Marine

Die Marine leistet einen Beitrag zu deren Aufgaben, wie sie in den jeweiligen gültigen Verteidigungspolitischen Richtlinien des Bundesministers der Verteidigung festgelegt sind. Seit 1990 haben sich die Aufgaben der Bundeswehr immer mehr weg von der Landesverteidigung hin zu Friedensunterstützenden Einsätzen am Rande und außerhalb Europas gewandelt. Der Inspekteur der Marine hat in seinen jährlichen Weisungen 2006 und 2007 festgelegt, wie diese Aufträge in der Marine umgesetzt werden.

Danach soll die Marine im Rahmen von Auslandseinsätzen mit Schwerpunkt an streitkräftegemeinsamen Operationen teilnehmen. Sie soll mit ihren Mitteln von See aus andere Streitkräfte unterstützen, so dass die Hohe See als Basis für militärische Operationen genutzt werden kann. So können zum Beispiel die neuen Luftverteidigungsfregatten der Sachsen-Klasse auch in Küstennähe eingesetzte Landverbände gegen Luftangriffe schützen.

Außerdem soll die Marine im Rahmen der Aufgabe "Schutz Deutschlands und seiner Bürgerinnen und Bürger" die Seewege gegen asymmetrische Bedrohungen schützen und so zur Sicherheit des deutschen Seehandels beitragen. Als Beitrag zu der Aufgabe "Hilfeleistungen" beteiligt sich die Marine am SAR-Dienst im deutschen Küstenbereich.

Organisation und Führung

An der Spitze der Marine steht der Inspekteur der Marine im Bundesministerium der Verteidigung. Als truppendienstlicher Vorgesetzter seiner Teilstreitkraft untersteht er direkt dem Bundesminister der Verteidigung. Der Inspekteur wird unterstützt durch den Führungsstab der Marine, eine Abteilung des Ministeriums in Bonn. Die Teilstreitkraft Marine besteht aus zwei Kommandobereichen, der Flotte und dem Marineamt.

Wie vor 1990 bleibt die Marine in die NATO-Kommandostruktur eingebunden, die sich ihrerseits den Veränderungen nach Ende des Ost-West-Konflikts angepasst hat. Schiffe und Boote beteiligen sich an den ständigen Einsatzverbänden der NATO, die im Wechsel mit anderen Nationen auch von deutschen Marineoffizieren geführt werden.

Die Flotte

Die Flotte der Deutschen Marine, wird vom Befehlshaber der Flotte im Flottenkommando in Glücksburg operativ und administrativ geführt. Für die Führung von seegehenden Verbänden wird beim Flottenkommando ein Einsatzstab eingerichtet, der zur Unterstützung eines Verbandsführers eingeschifft werden kann. Größere Einsätze werden seit 2002 auch durch das Einsatzführungskommando in Potsdam geführt.

Sie gliedert sich in zwei Einsatzflottillen. Die Einsatzflottille 1 in Kiel, umfasst Schnellboote, Minenabwehrfahrzeuge, U-Boote, Spezialisierte Einsatzkräfte und Marineschutzkräfte. Zur Einsatzflottille 2 in Wilhelmshaven gehören die Fregatten und die größeren Versorgungsschiffe. Aus den Einsatzflottillen werden lageabhängig Einsatzverbände für Eingreif- und Stabilisierungsoperationen zusammengestellt.