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Untergang der Niobe

Untergang

Die 'Niobe' war am 25. Juli 1932 aus Kiel zur Ostsee-Reise Richtung Swinemünde ausgelaufen. Die Nacht über ankerte sie bei Fehmarn und ging am nächsten Tag ankerauf, um mit südöstlichem Kurs abzulaufen. Es wehte ein frischer Südwestwind mit Stärken von 3 bis 4 und um 13.00 Uhr passierte die 'Niobe' das Feuerschiff Fehmarnbelt an Steuerbord.

Im Südwesten hatte sich inzwischen eine bedrohlich aussehende Gewitterfront gebildet, die den Kapitän veranlasste, Ölzeug für die an Deck befindliche Steuerbordwache auszugeben und die oberen Segel wegzunehmen. Die Backbordwache befand sich zum Unterricht unter Deck.

Um 14.27 Uhr fiel plötzlich eine an Stärke schnell zunehmende, fast senkrechte Böe ein. Das Schiff krängte sofort auf 40 bis 50 Grad nach Backbord und die Ruderwirkung setzte aus. Der Erste Offizier versuchte noch anluven zu lassen, aber die 'Niobe' legte sich in weniger als 30 Sekunden völlig auf die Seite und lag wie eine gekenterte Jolle flach im Wasser.

Selbst durch hoch liegende Bullaugen und Oberlichter drang die See im dicken Schwall ins Schiff ein. Wegen des schönen Wetters waren sie durch die Schiffsführung geöffnet worden, ein fataler Fehler, wie sich herausstellte. In weniger als vier Minuten war das stolze Schiff auf der Position 54" 35,7' N 11" 11,2' O gesunken.

Wer sich retten konnte, hielt sich an allem was im Wasser schwamm fest, bis Hilfe vom Feuerschiff und der 'Theresia Ruß' nahte. Schnell trafen auch Schnellboote und die Kreuzer 'Köln' und 'Königsberg' ein und beteiligten sich an den Rettungsarbeiten, aber nur 40 Mann konnten gerettet werden.

69 Seeleute fanden den Tod - drei Seeoffiziere, der Schiffsarzt, der Zahlmeister, acht Unteroffiziere, 36 Offiziersanwärter, 10 Unteroffiziersanwärter, neun Matrosen und der Koch. Unter den Offiziersanwärtern waren sechs Medizinstudenten der Universität Greifswald, zukünftige Marineärzte, die ihr seemännisches Praktikum absolvierten.

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