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Windjammer

Gorch Fock (I)

Gorch Fock
Schiffstyp:Dreimastbark
Schiffsklasse:Segelschulschiff (SSS)
Kiellegung:02.12.1932
Stapellauf:03.05.1933
Indienststellung:27.06.1933 (D)
15.06.1951 (UdSSR)
Bauwerft:Blohm & Voss
Hamburg, Deutschland
Baunummer:495
Länge über alles:82,10 m
Länge Rumpf:73,70 m
Länge zw. Loten:62,00 m
Breite:12,00 m
Tiefgang:  5,20 m
Wasserverdrängung:1.510 t
Masthöhe über Wasser:41,30 m (über Deck)
Segelfläche:1.857 qm (23 Segel)
Maschinenanlage:Skoda-Dieselmotor
(Typ 6L275 Pp/11)
Leistung:404 kw (550 PS)
Anzahl der Schrauben:1 Schraube Ø 1,388 m (linksdrehend)
Höchstgeschwindigkeit:ca.   8,00 kn  unter Motor
ca. 12,00 kn  unter Segeln
Besatzung:  45 Mann Stammbesatzung
180 Kadetten
Nation:Deutschland
Heimathafen:Stralsund
Eigner:Tall-Ship Friends e.V
Verwendung:Museum, Kulisse, Veranstaltungsort

Geschichte

Die 'Gorch Fock' (I) fuhr von der Indienststellung 1933 bis zum Kriegsbeginn 1939 als Ausbildungsschiff für die Inspektion des Bildungswesens für Seekadetten und Unteroffiziersschüler, und machte ausgedehnte Ausbildungsreisen. Den zweiten Weltkrieg überstand sie in Stralsund, wo sie als stationäres Schul- und Büroschiff diente, bevor sie am 19. April 1944 wieder offiziell in Dienst gestellt wurde.

Am 1. Mai 1945 verließ sie den Hafen in Stralsund. Über die dann folgenden Geschehnisse, gibt es zwei unterschiedliche Aussagen. Die einen behaupten, das Schiff sei auf eine Mine gelaufen und andere glauben zu Wissen, dass es von der eigenen Besatzung versenkt worden ist.

1948 wurde das Wrack von der Sowjetunion gehoben und drei Jahre repariert. Am 15. Juni 1951 folgte die Indienststellung als Schulschiff der Handelsmarine der Sowjetunion unter dem Namen 'Towarischtsch' (Kamerad); auch 'Tovarishch' oder 'Tovarish' geschrieben. Es wurde der Marineschule in Cherson am Schwarzen Meer übergeben. Eigentlich ist es die 'Towarischtsch 2', denn die Russen hatten schon eine Viermastbark gleichen Namens, die 1943 im Asowschen Meer untergegangen war.

1957 fuhr die 'Towarischtsch' einmal um die Erde und umrundete dabei Kap Horn. 1974 und 1976 siegte sie zweimal bei den 'Operations Sail' Regatten.

1992 löste sich die Sowjetunion auf und die Bark wechselte unter ukrainische Flagge, denn ihr Heimathafen Cherson liegt in der Ukraine. Die deutsche 'Tall-Ship Friends' vermittelte 1992/93 Windjammerreisen auf der 'Towarischtsch'.

Von 1995 bis 1999 lag das Schiff zur Reparatur in England, doch die Arbeiten kamen nicht in Gang. 1999 bot 'Tall-Ship Friends' die Wiederinbetriebnahme an und das Schiff wurde nach Wilhelmshaven verholt. Im Jahre 2000 war die 'Towarischtsch' ein Highlight der 'EXPO am Meer'.

Die Ukraine hatte kein Geld für ihre 'Towarischtsch'. Der Liegeplatz war kostenlos und die ukrainische Besatzung wurde von den Wilhelmshavenern durchgefüttert. Vier Jahre lag der Segler so in Wilhelmshaven bis es 'Tall-Ship Friends' 2003 gelang, die Bark zu kaufen. Die 'Towarischtsch' wurde mit dem Dockschiff 'Condock V' nach Stralsund gebracht und dort repariert.

Am 29. November 2003 wurde die Bark auf ihren alten Namen getauft: 'Gorch Fock'. Zur Zeit kann das Schiff besichtigt werden und es ist eine Gaststätte an Bord geplant. Für die Zukunft hat man sich die Wiederherstellung der Segelfähigkeit vorgenommen.

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