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Windjammer

Krusenstern (ex Padua)

Krusenstern
Schiffstyp:Viermastbark
Schiffsklasse:Frachtsegler
Segelschulschiff (ab 1969)
Kiellegung:24.06.1925
Stapellauf:11.06.1926
Indienststellung:??.??.1926
Bauwerft:Johann Carl Tecklenborg
Geestemünde, Deutschland
Baunummer:408
Länge über alles:116,70 m
Breite:  14,00 m
Tiefgang:    7,00 m
Wasserverdrängung:-
Masthöhe über Wasser:55,00 m (über Deck)
Segelfläche:3.400 qm
Maschinenanlage:2 x SKI-8 Zylinder Motoren
Leistung:1.470 kw (2.000 PS)
Höchstgeschwindigkeit:ca. 10,00 kn  unter Motor
ca. 14,00 kn  unter Segeln
Besatzung:  76 Mann Stammbesatzung
160 Kadetten
  ?? Trainees (zahlende Mitsegler)
Nation:Russland
Heimathafen:Kaliningrad
Eigner:Baltic Fishing Fleet Academy
Verwendung:Schulschiff unter Segeln

Geschichte

Die Kiellegung der 'Padua' fand am 24. Juni 1925 auf der Tecklenborg-Werft in Geestemünde (heute Bremerhaven) statt. Aufgeriggt wurde sie allerdings bei Blohm & Voss in Hamburg. Das Schiff wurde in Anlehnung des Schiffsrisses der 'Pangani' von 1902 gebaut.

Sie gehörte mit den Schwesterschiffen 'Pangani', 'Petschili', 'Pamir', 'Passat', 'Peking', 'Pola' und der 'Priwall', zu den berühmten "Flying P-Linern" der Hamburger Reederei F. Laeisz. Die 'Padua' war die letzte als Frachtensegler gebaute Viermastbark und ist als letztes dieser Schiffe noch heute im Einsatz.

Als Frachtsegler und Segelschulschiff brachte sie unter anderem Baumaterialien nach Südamerika, kehrte von da mit Salpeter zurück und transportierte später auch Weizen aus Australien.

Im Kriegsjahr 1943 bekam die 'Padua' eine Kanone an Bord. Man nahm die Sache sehr ernst als Segelschiff mit Bordkanone, nur mit der Feinderkennung haperte. So schoss man gleich ein deutsches Flugzeug ab und rammte ein eigenes U-Boot.

Am 31. Dezember 1945 verließ die Padua Hamburg und wurde von den Schleppern 'Brunshausen' und 'Fair Play VII' nach Kiel geschleppt. Von Kiel ging die Fahrt weiter nach Lübeck und am 11. Januar 1946 macht die 'Padua' in Swinemünde fest. Am 12. Januar 1946 wurde das Schiff mit Proviant und Inventar an die russischen Behörden übergeben. Am Tage der Übergabe starb Kapitän Jürgen Jürs. Er umrundete Kap Horn 66 mal, davon 50 mal als Kapitän und 4 mal mit der 'Padua'.

Nach der Übergabe an Russland wurde das Schiff nach Kronstadt geschleppt und in den nachfolgenden Jahren rekonstruiert und für das Hydrographische Institut als Hydrographieschiff verwendet. 1964 bekam die 'Krusenstern' eine neue Maschine eingebaut und im Jahre 1969 wurde sie zum Ausbildungsschiff für Kadetten umgebaut. Seit dieser Zeit wird an Bord dieses Schiffes der nautische Nachwuchs zu Offizieren herangebildet.

Im Januar 1981 ging die 'Krusenstern' an die "Estonian Fisheries Industry". Statt Riga wurde Tallinn Heimathafen und 10 Jahre später Kaliningrad, als Teil der "State Baltic Academy of the Fisheries Fleet". Inzwischen werden zunehmend auch Trainees (zahlende Passagiere) mitgenommen, die damit zum Unterhalt des Schiffes beitragen.

Seit 1974 nimmt sie an vielen internationalen Regatten teil, unter anderem an der "Operation Sail" (der Sail Training Association). Beim Transatlantikrennen von Kanada nach Liverpool gelang ihr bei einem schweren Sturm der erste Platz, den sie auch zwei Jahre später verteidigen konnte.

Größter Triumph wurde für sie der Sieg im Rennen von Boston nach Liverpool, bei der "Grand Regatta Columbus 92", anlässlich der 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas. Dabei erreichte sie die Rekordgeschwindigkeit von 17,4 Knoten (32,3 km/h).

Bekannte Passagen der 'Padua' waren die Reise von Elbe 1 bis Talcahuano, Chile, in 54 Tagen (1927), von Mejillones del Sur, Chile, bis Leuchtfeuer Lizard in 72 Tagen (1928) und von Hamburg nach Wallaroo, Australien in 67 Tagen (1933-1934). Die schnellste Reise, die zugleich auch Weltrekord für Rahsegler ist, machte sie 1938-1939, von Hamburg nach Chile und über Australien zurück nach Hamburg, in 8 Monaten und 23 Tagen.

Neben ihren 16 Reisen nach Chile und Australien, wurde sie auch zu einer Filmreise von Hamburg über Brest, Lissabon, Madeira, Casablanca und zurück benutzt. 1935 entstand der französische Film "Die Meuterei auf der Elsinore", nach Jack London. Der Film "Herz geht vor Anker" wurde 1940 auf ihr gedreht und 1944 folgte der deutsche Film "Große Freiheit Nr. 7", mit Hans Albers. Dieser Film unterlag aber der Zensur und wurde erst nach Kriegsende, in den 50er Jahren, in den Kinos gezeigt. Nach 1955 wurden auch einige sowjetischen Filme auf der 'Krusenstern' gedreht.

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