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Windjammer

Statsraad Lemkuhl

Statsraad Lehmkuhl
Schiffstyp:Zweimastbark
Schiffsklasse: Segelschulschiff (Glattdecker)
Kiellegung:-
Stapellauf:14.01.1914
Indienststellung:-
Bauwerft:Johann Carl Tecklenborg
Geestemünde, Deutschland
Länge über alles:98,00 m
Breite:12,60 m
Tiefgang:  5,20 m
Wasserverdrängung:1.516 t
Masthöhe über Wasser:48,00 m
Segelfläche:2.026 qm (22 Segel)
Maschinenanlage:-
Leistung:827 kw (1.125 PS)
Höchstgeschwindigkeit:ca. 11,00 kn  unter Motor
ca. 17,00 kn  unter Segeln
Besatzung:  24 Mann Stammbesatzung
150 Trainees (auf Segelkursen)
Nation:Norwegen
Heimathafen:Bergen
Eigner:Stiftung Statsraad Lehmkuhl
Verwendung:Charterschiff für Segelkurse

Geschichte

Die Bark wurde 1914 auf der Werft Johann Carl Tecklenborg in Geestemünde (heute Teil von Bremerhaven) als 'Großherzog Friedrich August', für den Deutschen Schulschiff-Verein (gegr. 1900) gebaut. Die Werft hatte sich durch den Bau berühmter Schiffe, wie die 'Pisagua', 'Potosi' und der 'Preussen' (alles Flying-P-Liner der Reederei F. Laeisz), ausgezeichnet. Auch die 'Großherzog Friedrich August', zeigte sich bald als guter bis sehr guter Segler bei starkem Wind.

Im Jahre 1919 gelangte die Bark als Reparationszahlung nach England. 1923 wurde sie vom "Norges Rederforbund" (Norwegens Reederverband) auf Initiative ihres späteren Namensgebers Kristofer Didrik Lehmkuhl erworben und nach Bergen überführt. Aus Anerkennung für dessen hervorragende Staatsdienste und den Einsatz für den Ankauf des Schiffs, wurde die Bark nach ihm umbenannt.

Während des Zweiten Weltkriegs, wurde die Bark von deutschen Truppen beschlagnahmt. Sie erhielt den Namen 'Westwärts' und wurde als Depotschiff verwendet. 1946 wurde sie nach Rückübereignung an Norwegen und Überholung wieder als Schulschiff eingesetzt.

Zwanzig Jahre später, 1966, musste das Schiff trotz finanzieller Hilfe seitens des Staates aufgelegt werden (steigende Unterhaltungskosten, rückläufige Kadettenzahl). Da ein Verkauf ins Ausland drohte, gelang es dem Reeder Hilmar Reksten, das Segelschiff 1967 für Norwegen zu erhalten. Er betrieb das Schulschiff zwischen 1968 und 1972 auf eigene Rechnung. Wegen Kürzung der staatlichen Unterstützung, wurde die 'Statsraad Lehmkuhl' erneut im Hafen von Bergen stillgelegt.

Es wurde die "Stiftelsen Seilskipet Statsraad Lehmkuhl" (Stiftung Segelschiff Statsraad Lehmkuhl) gegründet, die 1978 das Schiff übernahm und bis heute betreibt. Durch Verchartern an verschiedene interessierte Organisationen und später durch eigen arrangierte Fahrten, trägt sich das Schiff von allein.

Unter anderem charterte die Deutsche Marine das Schiff im Jahr 2000, um die Seemännische Grundausbildung der Offizieranwärter durchführen zu können, während das eigene Segelschulschiff, die 'Gorch Fock', in der Elsflehter Werft zur Generalüberholung lag.

Während des Winters 1997/1998 wurden in der Laksevag-Werft in Bergen, umfangreiche Restaurationsarbeiten einschließlich modernster und notwendiger Schiffssicherheitmaßnahmen durchgeführt. Dies allerdings unter Beibehaltung des ursprünglichen Erscheinungsbildes.

Die über 90 Jahre alte Bark, nimmt regelmäßig an Großsegler-Treffen und internationalen Regatten (mit Erfolg) teil; wie z. B. 1960 Oslo-Ostende (1. Platz), 1993 Newcastle upon Tyne-Bergen, 1993 Larvik-Esbjerg, 1997 Aberdeen-Trondheim oder 2004 Bosman Sailors' Trophy (1. Platz).

Alle Angaben sind ohne Gewähr!