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Reservist

Beorderung

Bei einer Beorderung wird einem Reservisten durch sein zuständiges Karrierecenter der Bundeswehr formell ein ausgeplanter Reservedienstposten bei einem konkreten Truppenteil mit einer konkreten Funktion übertragen. Ein solcher Reservedienstposten ist entweder ein Spiegeldienstposten eines aktiven Soldaten, der durch den Reservisten vertreten werden soll (Personalreserve), oder ein speziell für die Reserve geschaffener Dienstposten (Verstärkungsreserve). Beorderte Reservisten üben die entsprechenden Tätigkeiten regelmäßig in Reservedienstleistungen (RD) und werden dazu in ein Wehrdienstverhältnis einberufen.

Die "Konzeption der Reserve (KdR)" ordnet die Reservisten der Bundeswehr drei Kategorien "Truppenreserve", "Territoriale Reserve" und "Allgemeine Reserve" sowie den beiden Beorderungsarten "Personalreserve" und "Verstärkungsreserve" zu.

Beorderte Reservisten, die sich verpflichtet haben, innerhalb von drei Jahren mindestens 72 Tage Wehrdienst zu leisten, sind sogenannte Einsatzreservisten.

Reservisten können über ihre aktive Dienstzeit hinaus in der Bundeswehr aktiv sein. Dies geschieht durch (inzwischen überwiegend freiwillige) Reservedienstleistungen (RD) oder Dienstliche Veranstaltungen (DVag). Außerhalb der Bundeswehr organisiert der Reservistenverband (VdRBw) als besonders beauftragter Träger die beorderungsunabhängige freiwillige Reservistenarbeit.

Beorderungsarten

Personalreserve

Zur Personalreserve gehören alle für eine Doppelbesetzung (so genannte Spiegeldienstposten als planerische Vorsorge zur Kompensation eines zeitlich begrenzten, höheren Personalbedarfs) von Dienstposten eingeplanten Reservisten. Ein Spiegeldienstposten für Reservisten spiegelt genau einen identischen Dienstposten eines aktiven Soldaten mit denselben Anforderungen und Fähigkeiten wider, so dass der Reservist den aktiven Soldaten im Bedarfsfall (zum Beispiel beim Auslandseinsatz des Dienstposteninhabers) vollwertig vertreten kann. Dafür übt der Reservist möglichst regelmäßig in einer Reservedienstleistung (RD) - oft an der Seite des aktiven Soldaten, den er vertreten soll.

Verstärkungsreserve

Zur Verstärkungsreserve gehören alle Reservisten, die in den Streitkräften auf für Reservisten ausgewiesenen STAN-Dienstposten beordert sind. Diese sogenante strukturgebundenen Dienstposten für Reservisten sind in den Ergänzungstruppenteilen des Heeres der Luftwaffe sowie den Bezirks- und Kreisverbindungskommandos und Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräften (RSUKr) der Streitkräftebasis (SKB) angesiedelt.

Beorderungskategorien

Truppenreserve

Die Truppenreserve dient der personellen Unterstützung der aktiven Truppe. Sie umfasst Einzeldienstposten in der Verstärkungs– und Personalreserve sowie teil- bzw. nichtaktive Ergänzungstruppenteile, die bei Bedarf aktiviert werden. Diese dienen der Verstärkung der aktiven Verbände und bilden damit eine Grundlage für die Aufwuchs-Fähigkeit. Insbesondere sind sie für den kurzfristigen Aufwuchs von Fähigkeiten geeignet und stützen sich für Ausbildung und Einsatz auf ihren aktiven Truppenteil ab.

Territoriale Reserve

Die Territoriale Reserve wird zu territorialen Verbindungs-, Sicherungs- und Unterstützungsaufgaben eingesetzt. Sie ist Teil der Streitkräftebasis (SKB). Dieser unterstehen den jeweiligen Landeskommandos (LKdo). Dieses ist eine Kommandobehörde der Territorialen Wehrorganisation. Es erfüllt nationale territoriale Aufgaben in einem Bundesland. Die wesentliche Aufgabe ist die zivil-militärische Zusammenarbeit, für die dem Kommando mehrere mit Reservisten besetzte Bezirksverbindungskommandos (BVK) sowie Kreisverbindungskommandos (KVK), sowie den Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräften (RSUKr) unterstehen.

In Friedenszeiten ist die beorderungsunabhängige, freiwillige Reservistenarbeit ein weiteres Aufgabenfeld. Mit seinem Fachpersonal, dem Stabsoffizier für Reservistenangelegenheiten (StOffzResAngel) und den Feldwebeln für Reservisten (FwRes), betreut es alle Reservisten, die sich engagieren möchten, und bietet deren Weiterbildung auf freiwilliger Basis an. Jeder nicht beorderte Reservist gehört zu dem Landeskommando (LKdo), in welchem er seinen Hauptwohnsitz hat. Dieses ist sein Ansprechpartner und seine - soweit noch gewünscht - militärische Heimat. Das Landeskommando (LKdo) wird in diesem Aufgabenfeld in besonderer Weise von den Untergliederungen des Reservistenverbandes (VdRBw) unterstützt.

Allgemeine Reserve

Zur Allgemeinen Reserve gehören alle im Frieden nicht beorderten Wehrpflichtigen, die im Spannungs- oder Verteidigungsfall für den Aufwuchs der Bundeswehr zur Verfügung stehen, d. h. alle nicht beorderten wehrfähigen Reservisten sowie ungedienten männlichen Deutschen im Alter von 18 bis 60 Jahren. Da es bei der Bundeswehr seit Ende des Kalten Krieges jedoch keine Mobilmachungspläne mehr gibt, ist der Einsatz der Allgemeinen Reserve derzeit unwahrscheinlich und dient vor allem als Personalpool zum Besetzen der Dienstposten der Personal- und Verstärkungsreserve.

Ergänzende Artikel

Weblinks