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Sicherheit auf See

Seenotsignalmittel

Beim Befahren von Gewässern ist eine Gefahr nicht immer auszuschließen, z.B. Brand an Bord, unvorhergesehene Strömungsverhältnisse, plötzlich auftretende Wettereinflüsse oder auch direkte Gefährdung durch ein anderes Fahrzeug. Mit den Möglichkeiten der Seenotsignalmitteln ist es ein leichtes, andere auf sich aufmerksam zu machen, deshalb gehört es zur Sorgfaltspflicht eines jeden Seemanns, sich mit den verschiedenen Seenotsignalmitteln zu befassen, die geeigneten Hilfsmittel für sein Revier auszuwählen und diese Signale mitzuführen. Selbstverständlich gehört auch die korrekte Benutzung dazu. Der richtige Einsatz dieser Mittel im richtigen Moment kann über Leben und Tod entscheiden.

Da in Deutschland sämtliche Seenotsignalmitteln "Sprengstoffe" enthalten sind, ist der Erwerb von Seenotsignalpistolen, Signalgebern und pyrotechnischen Seenotsignalmitteln in Deutschland gesetzlich geregelt. Diese Signalmittel können ferner bei unsachgemäßer Handhabung großen Schaden anrichten, deshalb ist jeder Besitzer bzw. zukünftige Besitzer aufgefordert verantwortungsvoll damit umzugehen. Unter anderem sind diese "Sylvester Signale" regelmäßige Verursacher von Bränden und treiben unsere Politiker nur noch zu weiteren, nicht liberalen Gesetzten, die auch uns als Segler und Wassersportler betreffen, da unserer Hobby und unsere Sicherheit betroffen ist.

Bedeutung der Signale

SignalBedeutung
Rauchsignal (rot / orange)Akuter Seenotfall
Rote LeuchtsignaleAkuter Seenotfall
Weiße LeuchtsignaleZur Ausleuchtung bei Nacht, z.B. bei einem Mann-Über-Bord-Manöver
Blitz-Knall-SignalWarn-Signal (z.B. vor dem Manöver des letzten Augenblicks)

Pyrotechnische Seenotsignalmittel

TypEinsatzbereich
Handfackel WeißSportboote und Schiffe
Handfackel RotSeenotsignal für Rettungsboot
Rauchsignal OrangeSeenotsignal für Rettungsboote
Rauchfackel OrangeSeenotsignal für Sportboote
Signalrakete der Klasse T1Seenotsignal für Surfer und Kleinsportboote
Fallschirmsignalrakete der Klasse T2Seenotsignal für Sportboote

Signalgeber

Auch wenn geprüfte Signalgeber (PTB-Zeichen) mit 18 Jahren frei erworben werden können, sind dieses Waffen gemäß Waffengesetz. Im Waffengesetz sind auch für diese Waffen Regelungen getroffen worden. Diese Regelungen sind:

  • der Erwerb ist nur Personen über 18 Jahren erlaubt
  • Signalgeber sind sicher aufzubewahren (der Zugriff für Jugendliche muss verhindert werden!)
  • zum Führen der Waffen ist der "Kleine Waffenschein" erforderlich
  • ein Bootsführer benötigt keinen "Kleinen Waffenschein"

Signalpistole

Das Waffengesetz regelt in Deutschland den Erwerb von Signalwaffen. Vor dem Erwerb im Waffenhandel oder im Wassersportfachhandel muss eine Erwerbsberechtigung für eine Signalpistole und der dazugehörigen Munition beantragt werden. Diese Genehmigung erhält man bei der zuständigen Ordnungsbehörde (Ordnungsamt oder Polizei, je nach Bundesland verschieden). Dort werden die im Waffengesetz verlangten Voraussetzungen geprüft, unter anderem: Bedürfnis, Zuverlässigkeit und Sachkunde. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, wird die Erwerbsberechtigung erteilt.

Der Antragsteller hat nun ein Jahr Zeit eine Seenotsignalpistole zu kaufen, wird diese Signalpistole nicht innerhalb eines Jahres erworben, ist ein erneute Erteilung einer Erwerbsberechtigung mit dem gleichem Bedürfnis wie vorher ausgeschlossen. Ist die Waffe erworben worden, muss innerhalb der gesetzlichen Frist diese Waffe in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden. Die dazugehörige Munition kann auch nur mit behördlicher Erlaubnis erworben werden, hier werden die gleichen Voraussetzungen wie beim Erwerb der Signalpistole verlangt.

Nach drei Jahren wird das Bedürfnis welches zum Erwerb der Signalpistole führte, ein zweites Mal geprüft.