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Deutsche Marine

Landungsboot der "Barbe" Klasse

Landungsboot Schlei
Schiffsdaten
Typ:Landungsboot
Klasse:520
Besatzung
Besatzung:17
Schiffsmaße
Länge:40,04 m
Breite:8,80 m
Tiefgang:1,59 m (2,01 m)
Einsatzverdrängung:403 t
Maschinenanlage
Antrieb:2 x Dieselmotoren
Leistung:376 kW (512 PS)
Geschwindigkeit:10 kn (18,5 km/h)

Bewaffnung

  • 2 x 20 mm Flugabwehrkanonen BK 20

Einsatzprofil

Die Landungsboote der "Barbe" Klasse wurden für Landungsoperationen in Nord- und Ostsee konzipiert und waren für den Transport von Soldaten und militärischem Material im küstennahen Bereich vorgesehen. Die Bug- und Heck-Rampe war für eine Belastung bis zu 50 Tonnen ausgelegt, so konnten auch schwere Panzer (maximal drei) aufgenommen werden. Aufgrund ihres geringen Tiefgangs waren die Boote auch flussgängig.

Regelmäßig übten Boote mit dem Flugabwehrpanzern "Gepard", um den Operationsraum gegen Luftbedrohungen abzuschirmen. Zudem wurden auch Seezielschießen bzw. Landungsfeuerunterstützung (Naval Gunfire Support) mit "Gepard" und "Leopard 2" durchgeführt.

Neben der Aufgabe der klassischen Landungsoperationen lag die Hauptverwendung der Landungsboote in der Durchführung offensiver und defensiver Minenoperationen. Jedes aktive Boot wurde um 1968 mit einem sogenannten "Minenpaket" ausgerüstet, ein zweigleisiges Schienensystem mit Wurfgalgen an der Heckklappe. Mit diesem System konnte eine ganz erhebliche Menge an Grund- und Ankertauminen geladen werden und über die Heckabläufe geworfen werden.

Dienstzeit

Ab 1973 waren 17 Boote dem 1. Landungsgeschwader in Borkum und ab 1978 der Landungsbootgruppe in Kiel unterstellt.

Das 1. Landungsgeschwader gliederte sich noch in 3 Divisionen (1. und 2. Division je 6 Boote, 3. Division 5 Boote), wobei Delphin, Flunder und Schlei Führerboote der Divisionen waren. Mit dem Umzug nach Kiel und der Umbenennung wurde auch die Gliederung verändert: Es entstanden 4 Divisionen, Zander kam als Divisionsführerboot hinzu (1. Div 5 Boote, die anderen je 4 Boote). Felchen diente als Arztboot, während die Gästekammer auf Delphin als Kommandeurskammer ausgebaut war.

Zwei Boote (Butt und Brasse) gehörten zu der Strandmeisterkompanie, eines (Inger) als Schulboot zu der Seemannschaftslehrgruppe und zwei Boote (Salm und Renke) lagen in Reserve im Marinearsenal Wilhelmshaven.

1992 wurden acht Boote an Griechenland verkauft. Die letzten fünf verbliebenen Boote wurden zunächst der Flottille der Minenstreitkräfte zugeteilt und bildeten von 1995 bis 1998 mit den Binnenminensuchbooten das 3. Minensuchgeschwader in Olpenitz. Danach gehörten die Landungsboote bis zum Sommer 2005 zum 5. Minensuchgeschwader wo sie neben Landungsübungen vor allem Materialtransporte durchführten. Zwischen 2001 und 2003 wurden drei der fünf Landungsboote außer Dienst gestellt.

Ab 2005 versehen Lachs (L 762) und Schlei (L 765) ihren Dienst beim Seebataillon in Eckernförde. Zander (L 769) ist seit Juli 2004 im Besitz der Marinekameradschaft Mannheim und heißt jetzt "Götz von Mannheim".

Mit Auflösung des Verbandes Spezialisierte Einsatzkräfte zum 1. April 2014 wurden Lachs und Schlei dem Marinestützpunktkommando Eckernförde unterstellt. Die Schlei wurde 2017 bei der Werft Gebr. Friedrich in Friedrichsort abgewrackt. Sie sollte eigentlich instandgesetzt werden, aufgrund von vorhandenen Schäden wäre diese Maßnahme aber nicht wirtschaftlich gewesen.

Einheiten

NameKennungGeschwaderStützpunktin Dienstaußer DienstVerbleib
FlunderL 7603. MinensuchgeschwaderOlpenitz22.02.196616.05.2001
KarpfenL 761Amphibische GruppeKiel02.02.196630.01.1992
LachsL 762MarinestützpunktkommandoEckernförde24.03.1966
PlötzeL 7633. MinensuchgeschwaderOlpenitz24.03.196617.09.2001
RochenL 764Amphibische GruppeKiel26.04.196607.02.1992an die griechische Marine abgegeben
SchleiL 765MarinestützpunktkommandoEckernförde26.07.196602.10.2017Oktober 2017 bei der Werft Gebr. Friedrich in Friedrichsort abgewrackt
StörL 766Amphibische GruppeKiel26.07.196616.09.1992
TümmlerL 767Amphibische GruppeKiel26.06.196616.09.1992
WelsL 768Amphibische GruppeKiel27.06.196611.12.1992
ZanderL 7693. MinensuchgeschwaderOlpenitz26.08.196628.02.2002 seit Juli 2004 im Besitz der Marinekameradschaft Mannheim
ButtL 788StrandmeisterkompanieEckernförde07.05.196504.12.1992
BrasseL 789StrandmeisterkompanieEckernförde07.05.196516.04.1992
BarbeL 790Amphibische Gruppe *)Kiel10.01.196626.09.1991an die griechische Marine abgegeben
DelphinL 791Amphibische Gruppe *)Kiel10.01.196626.09.1991an die griechische Marine abgegeben
DorschL 792Amphibische Gruppe *)Kiel24.06.196629.09.1991an die griechische Marine abgegeben
FelchenL 793Amphibische Gruppe *)Kiel23.06.196625.10.1991an die griechische Marine abgegeben
ForelleL 794Amphibische Gruppe *)Kiel07.06.196601.11.1991an die griechische Marine abgegeben
IngerL 795Schiffslehrgruppe *)Borkum16.08.196609.09.1992
MakreleL 796Amphibische Gruppe *)Kiel16.09.196608.11.1991an die griechische Marine abgegeben
MuräneL 797Amphibische Gruppe *)Kiel16.09.196614.02.1992an die griechische Marine abgegeben
RenkeL 798Marinearsenal (Reserve) *)Wilhelmshaven26.10.1966Okt 1988an die griechische Marine abgegeben
SalmL 799Marinearsenal (Reserve)Wilhelmshaven26.10.1966Okt 1988an die griechische Marine abgegeben

*) Boote ab November 1968 a. D., Einkokonierung MArs Wilhemlshaven; ab 1972/73 i. D. beim 1. Landungsgeschwader