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Deutsche Marine

Schulschiff DEUTSCHLAND

Schulschiff DEUTSCHLAND
Schiffsdaten
Typ:Schulschiff
Klasse:440
Besatzung
Offiziere:30
Portepee Unteroffiziere:30
Mannschaftsdienstgrade:180
Zivilangestellte:6
Offizieranwärter:120
Schiffsmaße
Länge:138,23 m
Breite:16,05 m
Tiefgang:4,50 m (5,28 m mit Sonar)
Einsatzverdrängung:4.850 t
Maschinenanlage
Antrieb:4 x Dieselmotoren
(für die Außenwellen)
2 x Hochdruck-Heißdampfkessel
(für die Mittelwelle)
1 x Dampfturbine
(für die Mittelwelle)
Leistung:23.535 kW (32.000 PS)
Geschwindigkeit:21 kn (39 km/h)

Bau und Ablieferung

Das Schiff wurde als Schulschiff mit Mehrzweckverwendung (Truppentransporter, Lazarettschiff, Minenleger) entworfen. Die gemischte Antriebsanlage, die Bewaffnung und die übrige Ausrüstung des Schiffes entsprach den damals vorhandenen Anlagen und spiegelte die Ausstattung der im Aufbau befindlichen Flotte wider. Der Entwurf hatte aus diesem Grund Ähnlichkeit mit den Schiffen der Hamburg- und Rhein-Klasse.

Der Neubau wurde im Herbst 1958 in Auftrag gegeben und am 11. September 1959 bei der Werft Nobiskrug in Rendsburg auf Kiel gelegt. Gut ein Jahr später fand am 5. November 1960 der Stapellauf im Beisein des damaligen Bundespräsidenten Heinrich Lübke statt. Seine Gattin, Wilhelmine Lübke, taufte das Schiff auf den Namen Deutschland, einen Traditionsnamen der deutschen Marinen. Auf den zunächst geplanten Namen Berlin wurde aus politischen Gründen (Einspruch der Alliierten) verzichtet.

Die Indienststellung erfolgte am 25. Mai 1963 im Beisein des Verteidigungsministers Kai-Uwe von Hassel und des Inspekteurs der Marine Vizeadmiral Karl-Adolf Zenker. Die bisher eingesetzten Schultender der Klasse 139, Eider und Trave, erhielten bereits im Juli 1963 neue Aufgaben.

Besatzung

Die Besatzung wurde geführt von einem Kommandanten und seinem Stellvertreter, dem Ersten Offizier und gliederte sich in der zuletzt üblichen Bordorganisation:

I.Division (Schiffswaffen und Decksdienst) mit Schiffswaffenoffizier (SWO), I. Artillerieoffizier (I AO) und Artilleriewaffenleitoffizier (AWLO)
II.Division (Schiffstechnik) mit Schiffstechnischem Offizier (STO), Schiffssicherungsoffizier (SSO), Elektrotechnischem Offizier (EO) und Antriebsoffizier (AnO)
III.Division (Schiffsoperation) mit Schiffsoperationsoffizier (SOpO), Navigationsoffizier (NO), Ortungsoffizier (OrtO), Fernmeldeoffizier (FmO), Führungsmittelelektronikoffizier (FüElo) und dem Meteorologen (Met I)*
IV.Division (Schiffsversorgung) mit Schiffsversorgungsoffizier (SVO), Personaloffizier (PersO), Schiffsarzt (SA), Zahnarzt (SA(Z)), Katholischem* und Evangelischem Militärpfarrer
KDivision (Kadettenausbildung) mit Kadettenoffizier (KO)* und den Zugoffizieren II OrtO*, II AO*, II NO*, II AnO* und dem Sperrwaffenoffizier (SperrO)*
* Nur während der Auslandsausbildungsreisen

Zur Stammbesatzung gehörte ebenfalls Zivilpersonal: 2 Bordstewards und je 1 Bordwäscher, Bordschuhmacher, Bordschneider und Bordfriseur.

Bewaffnung

  • 4 x 100 mm L55 Einzeltürme von Creusot-Loire
  • 2 x 40 mm L70 Doppellafetten von Breda
  • 2 x 40 mm L70 Einzellafetten von Bofors
  • 2 x 375 mm Uboot-Jagd-Raketen-Werfer in zwei Vierergruppen von Bofors
  • 2 x 533 mm Torpedorohre in Zweiergruppe
  • 2 x Wasserbombenablaufbühnen
  • Minenschienen (ca. 75 m Gleislänge mit einer Wurfstelle)

Einsatzprofil

Die Deutschland war, wie das Segelschulschiff Gorch Fock, zunächst dem Kommando der Schulschiffe und ab 1966 der Marineschule Mürwik in Flensburg-Mürwik unterstellt und hatte den Auftrag, die Erziehung der Offizieranwärter (OA) zum Vorgesetzten fortzusetzen und die im vorangegangenen Ausbildungsgang erworbenen theoretischen Kenntnisse im praktischen Bordbetrieb zu vertiefen. Daneben sollten die Offiziersanwärter mit den Wetterbedingungen auf hoher See und dem engen Zusammenleben an Bord vertraut gemacht werden.

Einheiten

NameKennungRufzeichenGeschwaderStützpunktin Dienstaußer Dienst
DeutschlandA 59DRAWMS Flensburg (Mürwik)Kiel25.05.196328.06.1990

Alle Angaben sind ohne Gewähr!

Ergänzende Artikel