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Deutsche Marine

Museumshafen

U-Jagdboot der Klasse 420 (THETIS)

U-Jagdboot NAJADE (P 6054)
Besatzung
Stammbesatzung:68
Schiffsmaße
Länge:69,80 m
Breite:8,20 m
Tiefgang:2,70 m
Einsatzverdrängung:658 t
Maschinenanlage
Antrieb:2 x Dieselmotoren
Leistung:4.400 kW (6.000 PS)
Geschwindigkeit:23,5 kn (43,5 km/h)

Bewaffnung

  • 2 x 40 mm Flak L/70 in Marine-Doppel-Lafetten (MDL) von Bofors
  • 1 x 375 mm U-Jagd-Raketenwerfer in einer Vierergruppe von Bofors
  • 2 x 533 mm Torpedorohre (zeitweise 4)
  • Wasserbomben
  • Minen

Einsatzprofil

Bei ihrer Größe und Geschwindigkeit waren die Boote für Geleitoperationen im erweiterten Küsten- und Randmeergebiet der Nord- und Ostsee ausgelegt.

Die Boote waren von Anfang an für die Aufgabe U-Jagd konzipiert. Anfangs dienten sie in ihrer Rolle als Torpedofangboote dazu, Übungstorpedos zu bergen, die durch andere Kriegsschiffe und durch U-Boote verschossen wurden.

Entsprechend dem Auftrag des Flottendienstgeschwaders, dem die Boote angehörten, wurden sie außerdem für die Ausbildung und die Aufklärung eingesetzt.

Dienstzeit

Die erste Bezeichnung war "Torpedofangboot, groß, Typ A". Die Bezeichnung Torpedofangboot (kurz: TF-Boot) trugen die Boote nur kurze Zeit, bis sie als Flottendienstboote umdesigniert wurden. Diese Bezeichnung leitete sich vom Flottendienstgeschwader ab, dem die Boote unterstanden. Am 22. Januar 1974 erhielten sie ihre endgültige Bezeichnung U-Jagd-Boot. Entsprechend dieser Umdesignierungen wechselte auch die Kennung der Boote. Sie wurden mit einer P-Kennung in Dienst gestellt, erhielten am 1. November 1969 eine A-Kennung und im Januar 1974 wieder eine P-Kennung.

Zwischenfall Ostern 1968

Am Osterwochenende des Jahres 1968 waren die Boote Triton und Najade gegen Nacht zu einer taktischen Nahaufklärungsmission aus Kiel ausgelaufen. Es war bekannt, dass sich das DDR-Kreuzfahrtschiff "Völkerfreundschaft" in der Ostsee auf dem Rückweg von Kuba mit 499 Passagieren an Bord befand. Gegen Mitternacht wurde das Schiff von der Najade entdeckt.

Als eine Person vom Kreuzfahrtschiff sprang, leitete die Najade zur Rettung ein abruptes Wendemanöver ein und rammte dabei versehentlich die "Völkerfreundschaft", die das Licht an Bord löschte und leicht beschädigt weiterfuhr. Der Passagier wurde von der ebenfalls beschädigten Najade gerettet, ärztlich versorgt und in Kiel abgesetzt.

Nachdem die "Völkerfreundschaft" in Warnemünde festmachte, wurde die Kabine des fehlenden Passagiers von der Staatssicherheit durchsucht und Material gefunden, dass eine geplante Flucht nahelegte. Das DDR-Fernsehen kommentierte den Vorfall mit den Worten: "Unser friedliebendes Urlauberschiff VÖLKERFREUNDSCHAFT wurde heute Nacht von der revanchistischen Marine der BRD absichtlich gerammt."

Einheiten

NameKennungRufzeichenGeschwaderStützpunktin Dienstaußer Dienst
ThetisP 6052FlottendienstgeschwaderFlensburg (Mürwik)01.07.196106.12.1991
HermesP 6053FlottendienstgeschwaderFlensburg (Mürwik)16.12.196107.09.1992
NajadeP 6054FlottendienstgeschwaderFlensburg (Mürwik)12.05.196206.09.1991
TritonP 6055FlottendienstgeschwaderFlensburg (Mürwik)10.11.196207.09.1992
TheseusP 6056FlottendienstgeschwaderFlensburg (Mürwik)15.08.196330.04.1992

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