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Deutsche Marine

Tierisches

Offiziell gab es sie nicht, und doch wuselten sie mehr 20 Jahre lang über die Schiffe der deutschen Marine. "Kläffende Energiebündel" an Bord haben eine lange Tradition, fast 60 von ihnen stellt der frühere Seemann Peter Liedtke auf seiner Homepage vor. Es ist die umfangreichste Sammlung über Bordhunde im Internet.

Der bekannteste von ihnen ist sicherlich die kleine Terrierhündin Whisky, die in den 60er-Jahren die Matrosen der Gorch Fock auf Trab hielt. Auch an Bord des Küstenminensuchboots Fulda gab es Gebell, den an Bord lebte die Hündin Knuddel. Sie wurde heimlich aus dem Tierheim geholt, an Bord geschmuggelt und durfte bleiben, nachdem sich der Kommandant in das Energiebündel verliebt hatte.

Bordhund WHISKY von der Goch Fock

Akribisch hat Peter Liedtke (Kirchbarkau) Informationen und Bilder von Hunden gesammelt, die mit der Marine über die sieben Weltmeere reisten. Weil letztendlich das Interesse an den Bordhunden so groß wurde, erstellte er eine eigene Webseite, die sich ausschließlich dem Leben der Hunde auf See widmet.

68 Hunde und sogar ein Esel sind auf seiner Homepage erfasst. "Ich weiß auch von anderen Bordhunden, aber weil mir dazu noch Bilder oder weitere Informationen fehlen, habe ich sie noch nicht im Netz veröffentlicht", so Liedkte. Aus diesem Grund freut er sich über Helfer, die ihn mit Neuigkeiten und Informationen versorgen.

Bordhund WHISKY von der Goch Fock

Die Sitte, Hunde an Bord zu nehmen, stammt wohl von den Engländern, die Terrier als Rattenfänger einsetzten. Im ersten Weltkrieg galten die Hunde als Maskottchen der Mannschaft. Bei der Deutschen Marine gab es nachweislich von 1958 bis 1980 Hunde an Bord. Oft schmuggelte die Mannschaft die Tiere heimlich aufs Schiff und präsentierte sie dem Kommandanten erst nach dem Auslaufen. Manche Hunde, wie der kleine schwarze Pudel Cux von dem Küstenminensuchboot Cuxhaven, dienten jahrelang auf ihren Booten. Cux wurde in seinen acht Jahren Dienstzeit sogar zum Obermaat befördert.

Der Alltag mit den Hunden an Bord war jedoch nicht immer einfach. "Als wir vor Helgoland lagen entwischte Leila manchmal auf ein Nachbarboot", erinnert sich Peter Liedtke. "Und weil Hunde ihr Geschäft unheimlich gern in den aufgerollten Tampen verrichteten, in die die müden Matrosen am Morgen hinein griffen, um ihr Schiff startklar zu machen, war Ärger vorprogrammiert."

1980 verbot ein Erlass der Marine die Bordhunde. So sollte die Hygiene und Reinlichkeit der Boote gesichert werden. Deshalb gibt es heute keine mehr.

Bordhunde bei der Bundesmarine von 1958 bis 1980