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Hintergrundwissen zur Admiralsbarkasse

Der Ausdruck Barkasse entstammt dem Italienischen (it. barcaccia = Großboot) und bezeichnete ursprünglich das größte Beiboot auf einem Kriegsschiff.

In der Zeit der Segelschifffahrt stand die Barkasse für gewöhnlich zusammen mit der Pinasse, dem zweitgrößten Beiboot, auf der Barring zwischen Fock- und Großmast. Die Barkasse wurde ausgesetzt, um unter anderem Trinkwasser zu holen oder Landungen zu machen. Die Barkasse einer Fregatte oder Korvette war ca. 12 m lang, hatte 14 bis 16 Riemen und zwei Rah-, Lugger- oder Gaffelsegel.

In der kaiserlichen Marine wurden die so genannten Admirals- oder Kommandantenbarkassen ("Chefboote") eingeführt. Sie wurden als Verbindungsbarkasse zwischen den auf Reede ankernden großen Schiffen eingesetzt, die aufgrund ihres Tiefgangs nicht direkt im Hafen anlegen konnten. Wie der Name "Chefboot" schon vermuten lässt, war die Nutzung den Kommandanten oder Admirälen vorbehalten.

Seit Ende des 19. Jahrhunderts bezeichnet man im deutschsprachigen Raum auch nichtmilitärische Verkehrsschiffe - Personenschiffe wie Arbeitsboote - in Häfen als Barkassen. Besonders im Hamburger Hafen gehören Barkassen zum Hafenbild. Sie werden überwiegend zum Personentransport, zum Schleppen von Schuten und für Hafenrundfahrten eingesetzt. Die traditionelle Barkasse hat vorne einen überdachten Fahrstand und dahinter befinden sich an jeder Schiffsseite Bänke für Passagiere.