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Hintergrundwissen zum Seekreuzer

Ein Seekreuzer ist eine sportliche Segelyacht, die im Zeitraum zwischen 1928 und 1949 in Deutschland unter den Regeln einer nationalen Konstruktionsklasse gebaut wurde. Die nach dieser Grenzwertformel entstandenen Yachten sollten nach dem Willen des Deutschen Segler Verbandes (DSV) nicht nur seetüchtig und fahrtentauglich, sondern auch schnell und schön anzusehen sein. Ein Ziel war es auch mit den gut segelnden Fahrtenbooten Regatten auf einem hohen Niveau veranstalten zu können. Dabei sollten die Yachten möglichst vergütungsfrei gegeneinander antreten. Rückblickend würde man heute diesen Segelboottyp "Cruiser/Racer" bezeichnen, also eine regattataugliche Fahrtenyacht.

Die Entscheidung für die neue Klasse der Seekreuzer fiel im Oktober 1927 auf dem Deutschen Seglertag, der erstmals in Wien stattfand. Die Bau- und Vermessungsvorschriften für die neue Yachtklasse waren am 1. Dezember 1927 fertig und die Gliederung in neun verschiedene Typen von Seekreuzern war gleichzeitig so eng gefasst, und so vielfältig, dass jeder potentielle Eigner das passende Schiff, entsprechend seiner finanziellen Möglichkeiten finden konnte.

Als erster 80-m²-Seekreuzer des Jahres 1928 wurde die Athena (heute Alraune) bei Abeking & Rasmussen (A&R) gebaut, ein gelungener Entwurf von Henry Rasmussen. Eigner war Eduard Schilling, der spätere Vorsitzende des Weser-Yacht-Clubs. Nach ersten Erfolgen auf der Kieler Woche 1929 erreichte die Yacht in den folgenden Jahren 86 erste Preise.

Trotz der Regattaerfolge der ersten Yachten wurden kaum neue Seefahrtkreuzer gebaut. Der Zeitpunkt für die Einführung einer neuen Klasse war sehr unünstig, da der nach dem Ersten Weltkrieg gegen Deutschland verhängte Sportboykott erst 1928 aufgehoben wurde und somit deutsche Seglercrews wieder bei internationalen Regatten starten konnten. Das hohe Preisniveau der stabil gebauten Seekreuzer war ein weiterer Grund für die schleppende Neubautätigkeit. Ein 30-m²-Seekreuzer kostete 1928 in Luxusausführung 9.000 Reichsmark, ein 80-m²-Seekreuzer bereits 24.000 Reichsmark, jeweils ohne Hilfsmotor, Konstruktions- und Abnahmehonorar.

Man versuchte vorhandene Yachten, die annähernd den neuen Klassenvorschriften entsprachen, durch Änderungen der Takelage in Seekreuzerklassen einzureihen. Beispielsweise konnten so alte 75-m²-Nationale-Kreuzer durch Reduzierung ihrer Segelfläche der neuen 50-m²-Seekreuzerklasse zugeordnet werden. Diese Umklassifizierung wurde kräftig genutzt. Bis April 1930 waren 24 Seekreuzer registriert; nur sechs dieser Yachten waren auch tatsächlich als Seekreuzer gebaut worden, die übrigen hatte man adaptiert.

Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten entdecken im Jahr 1935 die Kriegsmarine und die Luftwaffe die Seekreuzer für die seglerische Ausbildung ihrer Soldaten. Der Seekreuzer wurde zum legendären Seeschiff gelobt, das die bis dahin sich widersprechenden Eigenschaften Sicherheit, Schnelligkeit und Seefähigkeit in sich vereinte und dazu auch noch Bequemlichkeit und Behaglichkeit auf langen Seereisen bot. Man überhöhte die Seefestigkeit und Stärke der Schiffe auch mit den Worten "Der Seekreuzer hält länger durch, als die Mannschaft".

Anhand der Bauliste der Yachtwerft Abeking & Rasmussen in Lemwerder kann man zeigen, wie stark jetzt der Aufschwung der Klasse war. Bei anderen Werften war eine ähnliche Entwicklung zu beobachten.

Von 1928 bis Jahre 1934 wurden bei A&R nur drei Seekreuzer unterschiedlicher Größe gebaut. 1935 lieferte die Werft an die Luftwaffe drei 100-m²- und 50-m²-Seekreuzer, die Marine erhielt zwei 50-m²- und einen 30-m²-Seekreuzer. Im Olympiajahr 1936 baute A&R 33 Seekreuzer, darunter der 150-er Athena II, den 125-er-Seekreuzer AR (Privatyacht für Henry Rasmussen, heute im Besitz des Hamburger Werbefilmers Tom Nitsch, bis hin zum kleinen 30-er. Die deutsche Kriegsmarine und die Luftwaffe orderten allein 21 Seekreuzer.

Seefahrtkreuzer KR-Klasse
30 qm Seefahrtkreuzer=  6,5 KR-Klasse
40 qm Seefahrtkreuzer=  7,5 KR-Klasse
50 qm Seefahrtkreuzer=  8,5 KR-Klasse
80 qm Seefahrtkreuzer=11,0 KR-Klasse
100 qm Seefahrtkreuzer=12,0 KR-Klasse
150 qm Seefahrtkreuzer=15,0 KR-Klasse