Kontakt Sitemap Impressum Datenschutz English (EN)

Extremismus

Islamismus

Strukturen

Inhaltsverzeichnis
al-Qaidaal-ShababJama’at Nasr al-Islam wal MusliminIslamischer StaatIslamischer Staat Provinz KhorasanIslamistische Nordkaukasische SzeneHamasHizb AllahFurkan BewegungHizb ut-TahrirIslamisches Zentrum HamburgKalifatsstaatMuslimbruderschaft

al-Qaida

Gründung
1988
Beschreibung

Die von Usama Bin Ladin gegründete Terrororganisation versteht sich als Avantgarde einer internationalen jihadistischen Bewegung. Die Terrororganisation strebt ein islamistisches Regime in mehrheitlich von Muslimen bewohnten Ländern und eine globale Ausdehnung an. Ihr Kampf gilt sowohl dem äußeren Feind (westliche Staaten, insbesondere die USA und Israel) als auch dem inneren Feind (die sogenannten unislamischen Regierungen im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nordafrika). Weltweit bekannt wurde sie mit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA. Am 31. Juli 2022 wurde der Anführer Aiman al-Zawahiri durch einen Drohnenangriff der in Afghanistan neutralisiert. Ein neu er Anführer wurde von der Terrororganisation bislang nicht offiziell benannt. al-Qaida sowie der IS konkurrieren um Einfluss und Deutungshoheit bei Jihadisten weltweit.

Struktur

Stand August 2022 hat das führerlose Netzwerk autonome Ableger unter anderem al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAH), al-Qaida im islamischen Maghreb (AQM), Jama’at Nasr al-Islam wal Muslimin (JNIM) oder al-Shabab aufgebaut. Geduldet wird die Organisation auch im Islamischen Emirat Afghanistan.
Strukturen der Gruppierung in Deutschland sind, abgesehen von lose vernetzten Personen, nicht bekannt.

Vernetzung

Seit den frühen 1990er-Jahren eng mit muslimischen separatistischen Gruppierungen vernetzt, deren Ziele sich mit denen von al-Qaida überschneiden.

Ziel(e)

Einen großen Teil ihrer Anstrengungen verwendet al-Qaida auf den Krieg bzw. Dschihad gegen den Westen. Diesen Krieg führt es vor allem mit terroristischen Anschlägen gegen zivile Ziele in den Zielländern, um dadurch die Bevölkerung zu terrorisieren, das Land politisch zu destabilisieren und die Wirtschaft zu schädigen. Häufig sind auch Touristen in muslimischen Ländern das Ziel von Anschlägen. al-Qaida bekämpft auch alle nichtstaatlichen Organisationen, die eine Bedrohung für sie und ihre Ziele darstellen. Das gilt insbesondere für Interpol und die Vereinten Nationen (UN).

Gefährdung

Trotz einschneidender Verluste in ihrer Führungsriege stellt die Terrororganisation weiterhin eine große Bedrohung dar.

Betätigungsverbot
Einstufung
Von vielen Staaten als Terrororganisation eingestuft.

al-Shabab

Gründung
2006
Beschreibung

Die islamistische Miliz ist in Somalia und angrenzenden Gebieten Ostafrikas aktiv. Sie wurde im Jahr 2012 von al-Qaida als regionaler Ableger in Ostafrika anerkannt. Die Jihadisten kontrollieren gegenwärtig weite Teile Südsomalias und setzt dort die Scharia in strenger Form durch. Sie führen auch Anschläge in benachbarten Ländern durch und Strukturen des IS in Somalia werden durch systematisch bekämpft. Berüchtigt und gefürchtet sind sie unter anderem wegen der Selektionen bei den von ihnen verübten Überfällen: Die Opfer werden nach Muslimen und Christen sortiert, die Muslime laufen gelassen und die Christen ermordet.

Struktur

Autonome Ableger von al-Qaida in Somalia und Ostafrika.

Vernetzung
Ziel(e)

Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates am Horn von Afrika und die Beteiligung an einem weltweiten Dschihad.

Gefährdung

Von der al-Shabab geht derzeit keine direkte Bedrohung für Deutschland aus, vielmehr richten sich ihre Angriffe gegen zivile Ziele in der Region und die staatlichen Sicherheitskräfte.

Betätigungsverbot
Einstufung
Steht auf der Liste der durch das Außenministerium der Vereinigten Staaten als terroristisch bezeichneten Organisationen im Ausland.

Jama’at Nasr al-Islam wal Muslimin (JNIM)

Gründung
März 2017
Beschreibung

Die dschihadistische JNIM wurde im März 2017 als Zusammenschluss von Ansar Dine, Macina Liberation Front, Al-Mourabitoun und dem im Sahel aktiven Ableger von al-Qaida im islamischen Maghreb gegründet. Sie bereits für verschiedene tödliche Angriffe, unter anderem auf UN-Friedenstruppen, insbesondere in Mali, verantwortlich gemacht. Im August 2024 töteten Kämpfer der JNIM mehr als 200 Zivilisten und Sicherheitskräfte in Barsalogho, mehr als Hundert wurden verletzt. Die Opfer waren hauptsächlich junge Freiwillige, die in großer Zahl Soldaten geholfen hatten, Gräben um ihre Außenposten vor dem Ort auszuheben, um sich vor terroristischen Angriffen zu schützen.

Struktur

Autonome Ableger von al-Qaida im Maghreb und Westafrika.

Vernetzung
Ziel(e)

Gefährdung

Von der JNIM geht derzeit keine direkte Bedrohung für Deutschland aus, vielmehr richten sich ihre Angriffe gegen zivile Ziele in der Region und die staatlichen Sicherheitskräfte.

Betätigungsverbot
Einstufung

Islamischer Staat (IS)

Gründung
Ende 2003 als al-Qaida im Irak
seit Mitte 2014 Islamischer Staat im Irak und Syrien (ISIS)
Beschreibung

Der IS nahm im Verlauf des Jahres 2013 eine zentrale Rolle im syrischen Bürgerkrieg ein und eroberte Anfang 2014 auch Gebiete in Nordirak. Am 29. Juni 2014 rief der damalige Anführer Abu Bakr al-Baghdadi das Kalifat aus.
Ab August 2014 begann der IS eine systematische Vernichtungskampagne gegen die jesidische Gemeinschaft im Sindschar-Gebirge (Irak). Über 5.000 Jesiden wurden ermordet, und über 7.000 jesidische Frauen und Kinder wurden verschleppt, versklavt und zum Teil in Camps in Nordsyrien festgehalten. Mädchen wurden bereits ab neun Jahren zwangsverheiratet und sexuell missbraucht. Schiiten, Christen und andere ethnisch-religiöse Minderheiten wurden verfolgt, vertrieben oder ermordet. Tausende Zivilisten, irakische/syrische Soldaten, Polizisten und Journalisten wurden öffentlich hingerichtet, enthauptet oder erschossen. Der IS zerstörte systematisch antike Stätten (wie in Palmyra), Museen und religiöse Gebäude von Minderheiten sowie schiitische Moscheen.
Nach der militärischen Zerschlagung des Kalifats im Frühjahr 2019 wurde die Neustrukturierung im Untergrund erfolgreich vollzogen. Im Sommer 2023 hat der IS den Tod seines seit November 2022 amtierenden Anführers bekannt gegeben und Abu Hafs al-Hashimi al-Qurashi zum fünften Anführer ernannt.

Struktur

Der IS hat weltweit regionale Ableger, sogenannte Provinzen, aufgebaut. Hierzu gehören neben dem Islamischen Staat Provinz Khorasan (ISPK) unter anderem auch die afrikanischen Regionalableger Islamischer Staat Sahel-Provinz (ISSP) und Islamischer Staat Provinz Zentralafrika (IS-CAP).
Strukturen der Gruppierung sind in Deutschland, abgesehen von lose vernetzten Personen, nicht bekannt.

Vernetzung

Es gibt Beweise für Kontakte und Kooperationen zwischen Boko Haram, al-Qaida im Islamischen Maghreb (AQIM) und der somalischen Terrormiliz al-Shabab.

Ziel(e)

Ziele sind die buchstabengetreue Ausführung der Scharia in der Form des Wahhabismus, eine puristisch-traditionalistischen Richtung des sunnitischen Islam. Sie nehmen für sich in Anspruch, als einzige die islamische Lehre authentisch zu vertreten. Glaubensauffassungen, die mit dem Wahhabismus nicht vereinbar sind, werden von ihnen als unislamisch deklariert.

Gefährdung

Die Gefahr von Attentaten durch vom IS inspirierte Einzeltäter und Kleinstgruppen ist im Westen anhaltend hoch. Dies belegen zahlreiche Anschläge, die im Namen des IS begangen wurden.

Betätigungsverbot

Verbotsverfügung des Bundesministers des Innern (Thomas de Maizière, CDU) gegen den IS vom 12. September 2014.

Einstufung
Von vielen Staaten als Terrormiliz eingestuft.

Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK)

Gründung
2015 in Afghanistan
Beschreibung

Unter den verschiedenen Ablegern scheint der ISPK derzeit einer der stärksten Regionalableger zu sein. Dieser befindet sich seit seinem Bestehen in einem bewaffneten Konflikt mit den Taliban. Obwohl die Taliban seit ihrer Machtübernahme im Jahr 2021 ihren Verfolgungsdruck erhöht haben, verübt der ISPK regelmäßig Anschläge in Afghanistan, insbesondere gegen die schiitische Minderheit der Hazara, aber auch gegen Ausländer und von diesen genutzte Einrichtungen.

Struktur

Regionaler Ableger des Islamischen Staat im Irak und Syrien (ISIS).

Vernetzung
Ziel(e)

Um seine Bedeutung innerhalb des IS zu manifestieren, setzt der ISPK zunehmend auch auf Anschläge gegen Ungläubige im Westen.

Gefährdung

Die Gefahr von Attentaten durch vom ISPK inspirierte Einzeltäter und Kleinstgruppen ist im Westen anhaltend hoch. Dies belegen zahlreiche Anschläge, die im Namen des IS begangen wurden.

Betätigungsverbot
Einstufung

Von vielen Staaten als extrem gefährliche, dschihadistisch-salafistische Terrormiliz eingestuft.

Islamistische Nordkaukasische Szene (INS)

Gründung
2007 Ausrufung Kaukasisches Emirat (KE)
Beschreibung

Die INS umfasst die islamistischen Aktivitäten von Angehörigen nordkaukasischer Ethnien in Deutschland. Die anfänglich primär von Tschetschenien ausgehende Widerstandsbewegung gegen die Herrschaft der Russischen Föderation im Nordkaukasus radikalisierte sich aufgrund des Einflusses externer jihadistischer Akteure und der Brutalität der russischen Kriegsführung in den Tschetschenienkriegen und resultierte in der Ausrufung des terroristisch agierenden Kaukasischen Emirats (KE) im Jahr 2007. Nach dem Niedergang des KE infolge massiver russischer Antiterroroperationen im Nordkaukasus orientierten sich lokale nordkaukasische Kommandeure und Kämpfer in Richtung Syrien und stiegen teilweise zu wichtigen militärischen Führungspersönlichkeiten im IS auf. Der Niedergang des Kalifats in Syrien wiederum beförderte die Flucht nordkaukasischer und zentralasiatischer IS-Kämpfer auch nach Europa. Deutschland fungiert heute primär als Ruhe- und Rückzugsraum für ältere Akteure der INS und russischsprachige jihadistische Netzwerke im Weiteren. Jüngere Angehörige der INS sind innerhalb ihrer ethnisch homogenen Diaspora sozialisiert worden, allerdings fehlt oftmals die Bindung an den Nordkaukasus. Relevante historische Narrative, die oftmals als Identitätsanker dienen, sind der islamistische Widerstand gegen die Russische Föderation und die jihadistischen Kämpfer der terroristischen Gruppierungen KE und IS, die in den sozialen Medien häufig zu Ikonen stilisiert und gerade von jüngeren Nordkaukasiern als Vorbilder angesehen werden. Seit etwa Mitte des Jahres 2022 sind erhöhte Aktivitäten der INS in Deutschland festzustellen. Zurückzuführen ist diese Entwicklung auf das verstärkte Auftreten russischsprachiger zentralasiatischer Jihadisten mit Bezügen zum Islamischer Staat Provinz Khorasan (ISPK) in Europa und die Auswirkungen durch den Nahostkonflikt.

Struktur

Dezentrale, transnationale Netzwerkstruktur, basierend auf langjährigen Kennverhältnissen und eigeninitiativ agierenden Führungspersönlichkeiten.

Vernetzung

2015 Anschluss an den Islamischen Staat (IS).

Ziel(e)

Widerstand gegen die Herrschaft der Russischen Föderation im Nordkaukasus und Kampf für eine Unabhängigkeit.

Gefährdung
Betätigungsverbot
Einstufung

Harakat al-Muqawama al-Islamiya (HAMAS)

Gründung
1987
Beschreibung

Die sunnitisch-islamistische Hamas wurde anlässlich der Ersten Intifada im Gazastreifen als regionaler Ableger der Muslimbruderschaft (MB) durch Scheich Ahmed Yassin und weitere Muslimbrüder gegründet. Wie die ägyptische Muslimbruderschaft vertrat die Hamas wiederholt öffentlich die Holocaustleugnung. Im Januar 2000 bezeichnete ein Hamas-Text den Holocaust als zionistische Geschichtsfälschung. Im Jahr 2007 übernahm die Hamas die Macht im Gazastreifen. In den Folgemonaten schaltete die Hamas freie Presseorgane, Fernseh- und Radiosender aus. Zudem blockierte die Hamas zunehmend unabhängige palästinensische Nachrichtenagenturen und ausländische Journalisten. Die Medienzensur diente ihrer ungehinderten politischen Propaganda und Islamisierung der Gesellschaft. Ihre Polizisten setzten als Sittenwächter Geschlechtertrennung, strenge Alkoholverbote, Kopftuchpflicht für Frauen im öffentlichen Raum und anderes durch. Dazu wurde im Sommer 2007 auch eine Frauenpolizei gegründet. Häftlinge wurden religiös zu Anhängern des Islam umerzogen und würden mit bis zu einem Jahr Haftverkürzung belohnt, wenn sie aus dem Koran auswendig zitieren konnten. In den Folgejahren knüpfte die Hamas ihr soziales Netz immer enger, verzahnte ihre politischen und religiösen Institutionen aber auch das Erziehungssystem, die Polizei und ihren militärischen Arm, die im Gazastreifen operierenden Qassam-Brigaden, immer enger miteinander um die in ihrer Charta angestrebte islamistisch-fundamentalistische Gesinnungsdiktatur zu verwirklichen. Die Hamas hat eine Reihe verschiedener Geldquellen. Die bedeutendsten sind Spenden an mit der Hamas verbundene Wohltätigkeitsorganisationen sowie die Unterstützung durch den Iran in Form von Geld, Waffen, Ausbildung und Ausrüstungen.

Struktur
Vernetzung

Bekannt sind enge Kontakte zu iranischen Sicherheitsbehörden und der Iranischen Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC).

Ziel(e)

Hauptziel der HAMAS ist die Errichtung eines islamistischen Staates auf dem gesamten Gebiet Palästinas - auch durch bewaffneten Kampf. Am 18. August 1988 erschien ein lange vorbereitetes, als Hamas-Charta bezeichnetes Grundsatzdokument, in dem die Terrororganisation ihr Programm darlegte und ihre Ziele festschrieb. Die vorangestellte Sure 3 betont die Überlegenheit des Islam über Judentum und Christentum und verheißt den Muslimen den Sieg über die Ungläubigen. Diese Kampfansage der Hamas gegen die in Israel lebenden Juden wird in den Artikeln 3 bis 8 der Charta näher ausgeführt. Artikel 15 fordert Palästinas Reislamisierung gegen die geistige Invasion des Westens.

Gefährdung
Betätigungsverbot

Verbotsverfügung des Bundesministers des Innern (Nancy Faeser, SPD) gegen die HAMAS vom 2. November 2023.

Einstufung

Von 41 Staaten als terroristische Vereinigung eingestuft.

Hizb Allah

Gründung
1985
Beschreibung

Die Hizb Allah (Hisbollah) ist eine islamistisch-schiitische Partei und terroristische Organisation im Libanon, die sich hauptsächlich durch Unterstützung seitens Irans und durch eigene kriminelle Geschäfte finanziert. Als Staat im Staat kontrolliert die Hisbollah den Libanon über ihre Miliz nicht nur militärisch, sondern über ihre Partei auch politisch. Die Hizb Allah ist für zahlreiche Anschläge gegen die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) verantwortlich. Bei vielen weiteren Anschlägen gegen jüdische oder westliche, vorwiegend US-amerikanische Einrichtungen weltweit wird ihre Beteiligung angenommen. Die Gruppe unterstützte den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im syrischen Bürgerkrieg und zählt als Alliierte Irans in der von ihm sogenannten "Achse des Widerstands". Als Reaktion auf den Terrorangriff der HAMAS auf Israel am 7. Oktober 2023 beteiligte sich auch die Hizb Allah an Angriffen auf die israelische Nordgrenze. Israel ging infolgedessen gegen die Organisation im Libanon vor. Am 27. September 2024 wurde der langjährige Generalsekretär Hassan Nasrallah durch einen israelischen Luftangriff im Libanon neutralisiert. Seit 29. Oktober 2024 ist Naim Qassem sein Nachfolger. Mit der Zerstörung der Infrastruktur der Hisbollah durch die IDF im Herbst 2024 gilt die Hisbollah unter Experten teilweise nicht mehr als eigenständige Miliz, sondern als Teil der Quds-Einheit, die Eliteeinheit der Iranischen Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC) bzw. der Pasdaran für Auslandseinsätze (exterritoriale Operationen).
In Deutschland pflegen die Anhängerinnen und Anhänger der Hizb Allah den organisatorischen und ideologischen Zusammenhalt unter anderem in örtlichen Moscheevereinen, die sich in erster Linie durch Spenden finanzieren.

Struktur
Vernetzung

Bekannt sind enge Kontakte zu iranischen Sicherheitsbehörden und der Iranischen Revolutionsgarde (Islamic Revolutionary Guard Corps, IRGC).

Ziel(e)

Die Hizb Allah bestreitet das Existenzrecht Israels. Sie propagiert den bewaffneten, auch mit terroristischen Mitteln geführten Kampf gegen Israel als unrechtmäßigen Besatzer palästinensischen Bodens, der als legitimer Widerstand bezeichnet wird. Im Falle einer Lageeskalation kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Hizb Allah auch außerhalb des Nahen Ostens terroristische Aktionen gegen Israel oder israelische Interessen in Europa plant. Die Hizb Allah verfolgt daneben ihre politische Agenda als Regierungspartei in Libanon.

Gefährdung
Betätigungsverbot

Verbotsverfügung des Bundesministers des Innern (Horst Seehofer, CSU) gegen die Hizb Allah vom 26. März 2020.

Einstufung

Von vielen Staaten als Terrororganisation eingestuft.

Furkan Bewegung

Gründung
1994
Beschreibung

Die Furkan Stiftung für Bildung und Dienst hat ihr Zentrum in der südtürkischen Stadt Adana. Die Anhänger in Deutschland organisieren sich unter der Bezeichnung Furkan Bewegung. Ein Schwerpunkt der Aktivitäten der Organisation liegt in der Missionierungsarbeit unter Muslimen jedweder Herkunft. Zur Verbreitung ihrer Ideen nutzt die Furkan Stiftung verschiedene Websites, Profile und Kanäle in sozialen Netzwerken sowie eine eigene Onlinezeitschrift. Sie ist in sozialen Netzwerken vertreten und nutzt das Internet zur Gewinnung neuer Anhänger, aber um auch Stellung zu politisch-gesellschaftlichen Themen zu beziehen. Dabei bedient sie sich des häufig von Islamisten propagierten Narrativs, wonach Staat und Sicherheitsbehörden die Religionsfreiheit beschneiden würden.

Struktur

Strukturen bestehen in Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

Vernetzung
Ziel(e)

Die Organisation verfolgt das Ziel, eine islamische Zivilisation zu begründen, die durch das islamische Recht geprägt sein und sich ausschließlich an Koran und Sunna orientieren soll. Demokratie wird grundsätzlich abgelehnt. Dies findet seinen Ausdruck auch im Verbot der Teilnahme an Wahlen. Der Westen wird zum Feindbild erklärt und Israel das Existenzrecht abgesprochen.

Gefährdung
Betätigungsverbot
Einstufung

Hizb ut-Tahrir (HuT)

Gründung
1979
Beschreibung

Die HuT ist eine 1953 gegründete transnationale islamistische Bewegung, die die Errichtung eines globalen Kalifatstaates anstrebt. Aus Sicht der HuT haben unterdrückte Muslime das Recht auf Selbstverteidigung mit allen Mitteln. Als Konsequenz werden Gewalttaten anderer islamistischer Gruppierungen oftmals gebilligt. Ein weiteres Charakteristikum der HuT ist ein ausgeprägter Antisemitismus. Tatsächlich geht das Streben der HuT nach dem Kalifat über politische Überzeugung hinaus. Insbesondere in den sozialen Netzwerken gibt es zahlreiche Gruppierungen mit ideologischer Nähe zur HuT, beispielsweise "Botschaft des Islam", "Generation Islam", "Muslim Interaktiv" und "Realität Islam". Mit Videos und Textbeiträgen erreichen sie Zehntausende Interessierte und nutzen ihren Bekanntheitsgrad auch für Mobilisierungszwecke in der realen Welt. Die von ihnen besetzten Themen spielen im Rekrutierungsprozess islamistischer Organisationen eine wichtige Rolle und bereiten den Nährboden für eine Radikalisierung junger Muslime. Sie ist in über 40 Ländern aktiv und wegen ihrer radikalen Ablehnung sowohl demokratischer wie nicht-demokratischer Staatssysteme in vielen Staaten verboten.
In Deutschland agitiert die HuT wegen des Betätigungsverbots im Untergrund und rekrutiert dort neue Mitglieder.

Struktur

Die Zentrale der HuT befindet sich vermutlich im Libanon. Daneben benutzt sie Großbritannien als eine internationale Operationsbasis. Weitere Stützpunkte der Organisation (so genannte wilayat) befinden sich u. a. in Ägypten, Australien, Jordanien, Kirgisistan, Kuwait, Sudan, Syrien, Tadschikistan, Türkei, Usbekistan und in den USA. Auch der europäische Bereich stellt einen eigenen wilayat (Stützpunkt) dar.

Vernetzung
Ziel(e)

Vorrangiges Ziel der HuT ist die Vereinigung der Umma in einem weltweiten modernen Kalifat unter der Führung eines Kalifen. Andere Ziele sind die Einführung der Scharia sowie die Befreiung der muslimischen Welt von westlichen Einflüssen. Aus Sicht der HuT sind alle weltlich ausgerichteten Staatsformen abzulehnen.

Gefährdung
Betätigungsverbot

Verbotsverfügung des Bundesministers des Innern (Otto Schily, SPD) gegen die HuT vom 10. Januar 2003.

Einstufung

Islamisches Zentrum Hamburg e.V. (IZH)

Gründung
1962
Beschreibung

Das IZH stellte neben der Botschaft die wichtigste Vertretung der Islamischen Republik Iran in Deutschland dar. Es organisierte, teils unter internationaler Beteiligung, unter anderem regelmäßige Gebets- und Vortragsveranstaltungen, religiöse Feiern sowie Sprachunterricht und andere Lehrveranstaltungen. Das IZH hatte ein bundesweites Kontaktnetz innerhalb der zahlreichen schiitisch-islamischen Moscheen und Vereine aufgebaut und übte auf diese großen Einfluss bis hin zur vollständigen Kontrolle aus. Als wichtiges Element für die Steuerung der Interessen des IZH diente der schiitische Dachverband Islamische Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands e.V. Innerhalb schiitisch-extremistischer Kreise ist häufig eine deutliche antisemitische und antiisraelische Grundeinstellung feststellbar, die auch in verschiedenen Medienkanälen propagiert wird. Im Zuge der Verbote fanden in mehreren Bundesländern umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen statt. Unter anderem wurde die durch das IZH betriebene Imam-Ali-Moschee (Hamburg) geschlossen.

Struktur

Sie ist eigenen Angaben zufolge in mehr als 70 Ländern in unterschiedlicher Ausprägung vertreten.

Vernetzung
Enge Kontakte zur iranischen Führung.
Ziel(e)

Die Aktivitäten des IZH waren darauf ausgerichtet, die islamische Lehre schiitisch-iranischer Prägung sowie die Staatsdoktrin der Islamischen Republik Iran in Deutschland und Europa zu verbreiten.

Gefährdung
Betätigungsverbot

Verbotsverfügung des Bundesministers des Innern (Nancy Faeser, SPD) gegen das IZH und gegen fünf Teilorganisationen vom 24. Juli 2024.

Einstufung

Kalifatsstaat

Gründung
1984
Beschreibung

Ideologisch versteht sich der Kalifatsstaat als Wiederbelebung des 1924 in der Türkei abgeschafften Kalifats. Deutschland dient zunächst als Ersatzland für die kemalistisch besetzte Türkei. Die Abschiebung Kaplans im Jahr 2004 in die Türkei und das Ver- bot der Organisation in Deutschland 2001/2002 schwächten sie nachhaltig. Der Streit über die Nachfolge führte zu einer Spaltung in Fraktionen. Der zwischenzeitlich in der Türkei inhaftierte Kaplan wurde Ende 2016 vorzeitig aus der Haft entlassen und lebt nun in Istanbul (Türkei). Seit der Haftentlassung ruft er seine Anhängerschaft im Internet regelmäßig dazu auf, den Streit der Fraktionen beizulegen, um sich gestärkt dem Ziel eines schariakonformen Kalifatsstaats zu widmen. Die verbliebene Anhängerschaft in Deutschland sympathisiert unter anderem in sozialen Netzwerken mit der Ideologie des Kalifatsstaats, etwa auf der Plattform "Im Auftrag des Islam". Vor allem unter den Jüngeren davon machen sich seit Jahren Bezüge zu salafistischen und jihadistischen Strömungen bemerkbar.

Struktur
Vernetzung
Ziel(e)

Übergeordnetes Ziel ist die Herrschaft des Islam unter der Führung eines Kalifen, unter dem Staat und Religion eine untrennbare Einheit bilden. Beginnend auf dem Gebiet der Türkei, soll dies später weltumspannend verwirklicht werden.

Gefährdung
Betätigungsverbot

Verbotsverfügung des Bundesministers des Innern (Otto Schily, SPD) gegen das IZH und diverse Teilorganisationen 2001 und 2002.

Einstufung

Muslimbruderschaft (MB)

Gründung
1928
Beschreibung

Die MB gilt als älteste und einflussreichste sunnitische, islamistische Bewegung. Die Deutsche Muslimische Gemeinschaft e.V. (DMG), bis zu ihrer Umbenennung im September 2018 Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V., ist die wichtigste und zentrale Organisation der MB-Anhängerschaft in Deutschland. Ziel der DMG ist es unter anderem, gegenüber Politik, Behörden und zivilgesellschaftlichen Partnern als Ansprechpartnerin eines vorgeblich gemäßigten, weltoffenen Islam in Erscheinung zu treten. Sie verfolgt eine an der MB-Ideologie ausgerichtete Strategie der Einflussnahme im politischen und gesellschaftlichen Bereich. Bei öffentlichen Auftritten werden Bekenntnisse zur MB und verfassungsfeindliche Äußerungen vermieden. Zahlreiche Verbindungen zwischen hochrangigen DMG-Funktionären und namhaften ausländischen Muslimbrüdern verdeutlichen dennoch die Zugehörigkeit der Organisation zum weltweiten MB-Netzwerk. Die DMG unterhält eigene Moscheen und kooperiert darüber hinaus nach eigenen Angaben mit weiteren Gemeinden.

Struktur

Sie ist eigenen Angaben zufolge in mehr als 70 Ländern in unterschiedlicher Ausprägung vertreten.

Vernetzung
Ziel(e)

Ziel der MB, die noch heute von der Ideologie ihres Gründers Hasan al-Banna geprägt wird, ist die Errichtung eines politischen und gesellschaftlichen Systems auf der Grundlage von Koran und Sunna. Sie postuliert seit den 1970er-Jahren zwar den Verzicht von Gewalt, davon ausgenommen ist jedoch der Widerstand gegen Besatzung, was die MB vor allem auf Israel bezieht.

Gefährdung
Betätigungsverbot
Einstufung

Social Media

Wordpress Logo  Blog

Instagram Logo  Instagram

Quick Links

Termine 2026

Bootsbelegungsplan

Mitgliedschaft

Treffpunkte

Mitgliederbereich

Wetterdaten

Kieler Förde

Kieler Bucht (West)

Eckernförder Bucht

Schlei

Kieler Bucht (Ost)

Lübecker Bucht

RK Abend

Januar bis November

jeden Do ab 17:30 Uhr

SVK

Kiellinie 215, 24106 Kiel

Kontakt

RK Marine Kiel

61 gewwokcuB

leiK 11142

Mobil  00017979 061 94+

Mail  ed.leik-eniram-kr@tkatnok