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Windjammer

Sedov

Sedov

Geschichte

Am Anfang des Jahrhunderts, zählte die Reederei F. A. Vinnen in Bremen mit ihren 12 Großseglern zu den größten deutschen Segelschiff-Reedereien. Bei Ausbruch des ersten Weltkrieges, hatte sie insgesamt vierzehn Tiefwassersegler in Fahrt. Allerdings verlor die Reederei alle Schiffe durch den Krieg und den Versailler Friedensvertrag; somit stand die Firma zu Beginn des Jahres 1919 vor dem Nichts.

Mit der Indienststellung von fünf Fünfmastschonern, sollte es ein kompletter Neubeginn werden. Bereits im April 1919 erhielt die Friedrich Krupp Germaniawerft in Kiel von ihr den Auftrag, zum Bau eines neuen Motorsegelschiffes, das der größte Motorsegler der Welt werden sollte. Im März 1921 lief die Viermastbark vom Stapel und wurde auf den Namen Magdalene Vinnen getauft.

Am 9. August 1936 kaufte der Norddeutsche Lloyd die Magdalene Vinnen und baute sie in der reedereieigenen Werft zum frachtfahrenden Schulschiff um. In der Hauptsache mussten zusätzlich Unterkunftsräume geschaffen werden, weil neben der Stammbesatzung auf jeder Reise 50 bis 60 Offiziersanwärter mitfahren sollten. Schon am 12. August 1936 wurde das neue Schulschiff in Bremen unter dem Namen Kommodore Johnson in Dienst gestellt.

Von ihrer letzten Fahrt als Schulschiff für den Norddeutschen Lloyd kehrte, die Kommodore Johnson am 11. August 1939, nur wenige Wochen vor Kriegsausbruch, zurück. Während des Krieges waren nur bedingt Ausbildungsfahrten möglich, obgleich man im letzten Ausbildungsjahr 1944, der Mannschaft mit 847 verschiedenen Segelmanövern in 125 Tagen mehr zumutete, als das auf herkömmlichen Reisen je der Fall war.

Bei Kriegsende lag der Segler, zusammen mit der Padua (Reederei F. Laeisz), in der Flensburger Förde. Am 20. Dezember 1945 wurde das Schiff von den Briten als Reparationsleistung an die Sowjetunion übergeben, die das Schiff in Sedov umtauften.

Von 1952 bis 1957 diente die Sedov als Schulschiff der sowjetischen Marine. In der Zeit von 1957 bis 1966, war sie als ozeanographisches Forschungsschiff im Nordatlantik eingesetzt. Auch auf diesen Fahrten wurden Kadetten der russischen Marine ausgebildet. Während dieser Zeit, wurde das komplette laufende Gut nach den originalen Riggplänen erneuert. 1966 ging die Sedov in den Besitz des sowjetischen Fischereiministerium über. Ihr Liegeplatz wurde die Newa in Leningrad. Ab 1981 gehörte sie zur Baltic Division of Training Ships und war in Riga beheimatet. Nach weiteren Ausbildungsfahrten im Finnischen Meerbusen, wurde das Schiff bis 1981 aufwendig umgebaut und renoviert.

Es verfügt nun über Unterkünfte für 240 Mann, die im ausgebauten Zwischendeck eingerichtet wurden. Besondere Attraktion, und auf einem Segelschiff wohl einmalig, dürfte der glasüberwölbte Festsaal mit Bühne sein, an den ein kleines Museum zur Geschichte des Schiffes und seines Namensgebers anschließt. Ein Film- und Videoraum mit Bar vervollständigen die Räume zur Freizeitgestaltung. Die einstiegen Zwischendeck-Laderäume wurden für Schulungszwecke und als Unterrichtsräume hergerichtet. Wie Phönix aus der Asche lief die Sedov im August 1981 das dänische Horsens als ersten westlichen Hafen an. Seit 1991 ist ihr Heimathafen Murmansk und sie untersteht der Murmansk State Technical University.

Inzwischen ist sie häufiger und gern gesehener Gast auf den verschiedenen Windjammertreffen. 1982 trafen sich die ehemaligen Lloyd-Kadetten anlässlich ihres Jahrestreffens auf der in Bremerhaven liegenden Bark. Den Besuch des Schiffes in seinem alten Heimatrevier nahm damals die Stadt Bremerhaven zum Anlass, eine Ausstellung über die Geschichte der einstiegen Kommodore Johnson ex. Magdalene Vinnen zu veranstalten.

Seit 1989 können Interessierte aus aller Herren Länder eine Ausbildungsfahrt auf der Sedov mitmachen. Mehr denn je ist dieses Schiff eine Attraktion in allen Häfen der Welt. Als schwimmendes Museum zieht sie Tausende Besucher an.

An der Besegelung hat sich nichts geändert. Sie ist mit 4.192 qm Segelfläche angegeben, die sich auf 3.117 qm Rah- und 1.075 qm Schratsegel verteilen. Gegenüber den 3.392 qm aus den alten Werftangaben ist das eine Steigerung von 800 qm, deren Herkunft nicht erklärlich ist.

In einer Zeit, in der ein 25 Jahre altes Schiff bereits als veraltet und kaum noch einsetzbar gilt, ist es fast als Wunder anzusehen, dass die 75-Jährige Viermastbark immer noch über See geschickt werden kann. Das ist neben den heutigen russischen Betreibern des Schiffes wohl sicher auch den damaligen Schiffbauern an der Kieler Förde zu verdanken.

Schiffsdaten
Bauwerft:Friedrich Krupp Germaniawerft
Kiel (DE)
Baunummer:372
Stapellauf:23.03.1921
Indienststellung:
Verwendung:Frachtsegeler
Segelschulschiff
Eigner:Murmansk State Technical University
Heimathafen:Murmansk
Nation:Russland
Besatzung
Stammbesatzung:55
Kadetten:110
Schiffsmaße
Länge über alles:117,50 m
Breite:  14,70 m
Tiefgang:    6,20 m
Wasserverdrängung:  6.148 t
Takelung und Rigg
Takelung:Bark
Anzahl Masten:4
Höhe über KWL:58,00 m
Anzahl Segel:32
Segelfläche:4.150 m²
Maschinenanlage
Maschine:1 x Wärtsilä L20
Leistung:1.600 kw (2.175 PS)
Geschwindigkeit
unter Motor:12,0 kn (22,2 km/h)
unter Segeln:18,0 kn (33,3 km/h)

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