Lexikon

Sicherheit auf See

Mann über Bord

Viele Gründe sind dafür verantwortlich, warum ein über Bord fallen häufig fatale Folgen hat: Je höher der Seegang ist, desto schneller gerät der Verunglückte außer Sicht. Das genaue Ansteuern für die Bergung ist trotz aller Elektronik immer noch schwierig und mit einer schwacher Crew hat sich das Bergen des im Wasser treibenden oftmals als unmöglich erwiesen. Aber die größte Gefahr ist für den im Wasser treibenden die Unterkühlung, vor allem in unseren Gewässern, deren Temperaturen auch im Hochsommer selten 16 Grad überschreiten. So wird jedes Mann-Über-Bord-Manöver schnell zu einem Wettlauf mit der Zeit.

Deshalb sollte dafür gesorgt werden, dass:

  • jeder der Crew einen vorher passend auf seine Körpergröße eingestellten Lifebelt an einem bestimmten Platz griffbereit liegen hat
  • bei aufkommendem Schlechtwetter Strecktaue zum Einpieken an Deck - möglichst mittschiffs auf der Kajüte und durchgehend bis zum Vorschiff - gespannt werden
  • bei Segelmanövern, grundsätzlich nachts und ab einer bestimmten Wetterlage (wann es soweit ist bestimmt der Skipper) der Lifebelt angelegt wird
  • im Cockpit genügend Augen zum Einpieken der Sicherheitsleine vorhanden sind
  • am Heck zumindest einer der Schwimmkörper mit einer Elektronenblitzboje und 30 Meter langer Schwimmleine verbunden und einsatzbereit gehaltert ist
  • eine Bergevorrichtung vorhanden ist, mit der sich der im Wasser treibende auch mit kleiner Crew sichern und an Bord holen lässt

Das Mann-Über-Bord-Manöver

  • das Heck des Motorbootes von der Person im Wasser wegdrehen, Gas weg nehmen und sofort auskuppeln, damit die im Wasser treibende Person vom Heck freikommt und Verletzungen durch die Schraube verhindert werden
  • sofort Rettungsring mit Rauchsignal oder Rettungsboje mit Nachtlicht und Leine nachwerfen (Rauchsignal oder Nachtlicht erleichtern das Auffinden der Person, insbesondere bei hoher See und bei Nacht)
  • ein Besatzungsmitglied behält die im Wasser treibende Person ständig im Auge
  • das Boot unter Motor so an die Person heranmanövrieren, dass das Boot in Luv voraus von ihr im spitzen Winkel zum Wind zu liegen kommt
  • die letzte Strecke mit ausgekuppelten Propeller zurücklegen, um die im Wasser treibende Person nicht zu gefährden
  • dem Verunglückten dann eine Leine zuzuwerfen, um ihn damit an das Boot heranzuziehen und an geeigneter Stelle an Bord nehmen zu können
  • auf alle Fälle sollte eine Leine mit einem "Auge" klar gehalten werden, in das sich der Verunglückte einhäängen kann, wenn er nicht zu geschwächt ist
  • Notfalls ist dem Verunglückten durch ein Bestatzungsmitglied, das mit einer Rettungsweste ausgerüüstet und einer Leine gesichert ist, im Wasser Unterstützung leisten

Hinweis

Bei kleineren Booten besteht Kentergefahr, wenn der Verunglückte seitlich an der Bordwand geborgen wird! Dann ist eine Bergung über das Heck vorzuziehen; selbstverständlich ist zu diesem Zweck der Propeller auszukuppeln.

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