Lexikon

Spezialeinheiten

1st Special Forces Command (Airborne)

Das 1st Special Forces Command (Airborne) kurz auch Special Forces genannt, ist die Dienstälteste Spezialeinheit der US Army.

Bei den etwa 10.000 Soldaten handelt sich ausschließlich um Kampftruppen, die spezielle Operationen durchführen und dabei von anderen Einheiten des United States Army Special Operations Command (USASOC) unterstützt werden.

Geschichte

Die Einheit führt ihre Tradition auf die 1942 aufgestellte American/Canadian 1st Special Service Force, die so genannte Devil’s Brigade zurück. Diese war eine Spezialeinheit für Fernaufklärung und Häuserkampf, die Ende 1944 im französischen Ort Menton aufgelöst wurde, weil sie trotz hervorragender Einsatzerfolge am Ende eine Verlustrate von 134%, bezogen auf ihre Ursprungsstärke, erlitten hatte.

Eine zweite Traditionslinie wird zum Office of Strategic Services (OSS) gezogen, das auf dem europäischen und asiatischen Kriegsschauplatz etliche erfolgreiche Geheimdienstoperationen hinter den feindlichen Linien durchführte und schon damals Techniken der asymmetrischen Kriegführung, der Militär- und Ausbildungsberatung Einheimischer und der gezielten humanitären Hilfe zur Förderung von Allianzen anwandte. Eine Reminiszenz an das OSS findet sich in dem Ärmelabzeichen der Special Forces, das den OSS Dolch zeigt.

Anfang 1952 wurde Colonel Aaron Bank mit der Aufstellung der 10th Special Forces Group beauftragt, die zunächst, einschließlich aller Unterstützungseinheiten, 2.300 Mann umfasste. Am 19. Juni 1952 wurde die Einheit in Fort Bragg offiziell in Dienst gestellt.

Wegen dem Aufstand in der DDR am 17. Juni 1953 und einer möglichen militärischen Eskalation, wurde die Hälfte der 10th Special Forces Group (10th SFG) nach Bad Tölz in Bayern verlegt. Aus der in den USA verbliebenen Hälfte wurde die 77th Special Forces Group (77th SFG) aufgestellt. Als territorialer Verantwortungsbereich (Area of Responsibility) der 10th SFG wurde Europa und Afrika festgelegt, während die 77th SFG für Asien zuständig wurde und mehrere Detachments dorthin verlegt wurden, um der als zunehmend als bedrohlich empfundenen Volksrepublik China begegnen zu können.

Im Jahr 1956 wurde aus den im asiatischen Raum stationierten Detachments der 77th SFG die 1st Special Forces Group (1st SFG) aufgestellt und in Okinawa stationiert.

Green Berets

Der Begriff Green Berets stammt von der ursprünglich inoffiziellen Kopfbedeckung der Special Forces, das Angehörige der Einheit ab Ende der 1950er Jahre als Erinnerung an das oft in Grün getragene Barett der OSS Veteranen im Zweiten Weltkrieg wählten. Im Rahmen der massiven Aufstockung der Special Forces und entsprechend einer gesteigerten Wertschätzung der US-Regierung für Spezialeinheiten, erlaubte Anfang der 1960er Jahre ein Erlass von US-Präsident John F. Kennedy der Truppe offiziell das Tragen des grünen Baretts.

Die Special Forces haben eine besondere Bindung zu Kennedy, denn er förderte ihren Wiederaufbau und war für den Erlass zum Tragen des grünen Baretts verantwortlich. Diese Bindung wurde am Tag der Beerdigung von Kennedy gezeigt. Einer der das Grab bewachenden Männer der Special Forces legte sein Barett auf den Sarg.

Kennedy war der erste von sechs Präsidenten, der in der US-Marine gedient hatte, und eines der bleibenden Vermächtnisse seiner Regierung war die Schaffung einer weiteren Einheit der Spezialkräfte im Jahr 1961, den US Navy SEALs, die Kennedy ebenfalls mit Begeisterung unterstützte.

Zur Erinnerung an John F. Kennedy erhielt 1983 das Institute for Military Assistance, die Ausbildungsakademie der Special Forces, im Zuge einer Reorganisation den Namen John F. Kennedy Special Warfare Center and School.

Der Wahlspruch der Einheit lautet de oppresso liber [Deutsch: vom Unterdrückten zum Freien].

Oft wird der Spruch fälschlich mit Freiheit den Unterdrückten übersetzt, was jedoch lateinisch oppressis libertas heißen müsste.

Auftrag

Die offizielle Auftragsdefinition lautet wie folgt:

"To plan and support special operations in any operational environment in peace, conflict, and war as directed by the National Command Authorities."

"Auftrag ist das Planen und Unterstützen von Spezialoperationen in jeder Einsatzumgebung im Frieden, im Konfliktfall und im Krieg gemäß den Befehlen der nationalen Befehlsautorität."

Die besonderen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieg, bei denen das OSS besondere Operationsmuster vielfach erfolgreich ausgeführt hatte, stellten die konzeptionelle Grundlage für die Special Forces.

Die Einheit wurde ursprünglich aufgestellt, um selbstständig und in Kleingruppen (A-Team, aus 12 Spezialisten bestehend) monatelang tief in feindlichem Gebiet zu operieren. Dort sollte sie, möglichst durch die Einbeziehung einheimischer Kräfte, einen Guerillakrieg führen, der sich auf das Binden starker feindlicher Kräfte, das Stören der Nachschub- und Kommunikationswege und das Heranziehen, Ausbilden und Führen einheimischer Widerstandsgruppierungen konzentrierte.

Die britische Bezeichnung für dieses Einsatzmuster ist Revolutionary Warfare und wird ebenfalls vom Special Air Service (SAS) praktiziert.

Besonders aufgrund der Erfahrungen im Vietnamkrieg wurde das Einsatzspektrum der Einheit weiterentwickelt. Heute bildet sie den Grundstock für amerikanische Militär- und Sicherheitsberatung weltweit, wodurch die Rolle dieser Truppe weit über die eines normalen militärischen Verbandes hinausgeht. Sie bildet bei der Ausführung zahlreicher Missionsprofile in Friedenszeiten und bei manchen Kriseninterventionen de facto den militärischen Arm des Außenministeriums und ist ein probates Instrument zur Umsetzung der außenpolitischen Direktiven der USA.

Dies macht die Special Forces zur am vielseitigsten ausgebildeten Truppe innerhalb der US-Streitkräfte und ermöglicht ihren Einsatz schon in Friedenszeiten, im Spannungsfall und im Krieg.

Kooperation / Partnerschaft

Großbritannien: Special Air Service (SAS) | Polen: GROM | USA: Delta Force, Navy Seals

Einsätze

1957

Für die Special Forces begann bereits in diesem Jahr der Vietnamkonflikt. Die Beratungs- und Ausbildungsphase endete 1964 mit dem Tonkin-Zwischenfall. Die US-Regierung verlegte umgehend Verbände des Heeres und der Marineinfanterie in Divisionsstärke nach Südvietnam.

Die 5th SFG richtete ihr Hauptquartier in Nha Trang ein und bekam zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben (Beratung und Ausbildung) die Aufklärung für die konventionellen Verbände zugewiesen. Im Grenzgebiet zwischen Laos und Kambodscha wurde eine Kette von Feldstützpunkten eingerichtet, die als Basis der so genannten 'Stolperdrahtpatrouillen' dienten, mit dem Ziel, die Infiltration Südvietnams durch den Vietcong zu unterbinden.

1959

Im Vorfeld des Vietnamkriegs wurden Angehörige der 'Special Forces' in Laos (Operation White Star) eingesetzt. Ihre Aufgabe war die Rekrutierung und Ausbildung von Soldaten für die Armee des neu gegründeten Staats. Zu Beginn des Einsatzes traten die Ausbilder zunächst als Zivilisten auf.

1961

Die USA begann die laotische Regierung offen mit Militärhilfe zu unterstützen und die Ausbilder der 'Special Forces' trugen jetzt Uniformen. Die Zahl der Kräfte stieg zwischen 1959 und 1962 von etwa 100 auf 440. Als Laos sich Mitte 1962 zu einem neutralen Staat erklärte, wurde die Operation White Star offiziell beendet.

1964

In der Nacht des 6. Juli kam es zu einem Angriff zweier Vietcong-Bataillone auf ein Camp im zentralen Hochland nahe dem Ort Nam Dong. In dem die ganze Nacht andauernden Gefecht gelang es den Verteidigern, bestehend aus dem ODA 726 (726. A-Team), südvietnamesischen Kräften und australischen Soldaten, den Stützpunkt gegen den zahlenmäßig weit überlegenen Gegner zu halten.

1983

Beteiligung der Special Forces an der militärische Intervention der USA im Karibikstaat Grenada (Operation Urgent Fury). Der Einsatz war militärisch erfolgreich, offenbarte aber eklatante Abstimmungsprobleme und Konkurrenzen zwischen den beteiligten Special Operations Forces (US Navy SEALs, US Army Ranger und Special Forces).

1989

Die 7th SFG nimmt an der Invasion Panamas (Operation Just Cause) teil und wird für diverse Aufklärungs-, Stoßtrupp- und Sabotagemissionen eingesetzt.

1990

Während der Operationen Desert Shield (1990) und Desert Storm (1991), die mit der Rückeroberung Kuwaits endeten, wurden die 3rd SFG und die 5th SFG vollständig dem verantwortlichen Central Command (CENTCOM) unterstellt.

1994

Gemeinsamer Einsatz der 3rd SFG und der GROM (Polen) auf Haiti (Operation Uphold Democracy). Der Einsatz diente dazu, den 1990 durch Wahlen gewählten und 1991 aus dem Amt geputschten Präsidenten Jean-Bertrand Aristide in sein Amt zurückkehren zu können.

1990

Im Kosovokrieg, den die USA offiziell ohne Bodentruppen führten, waren sie als Aufklärer, Forward Air Controller und Zielmarkierer für die US Air Force, aber auch gemeinsam mit der Delta Force im Rahmen verdeckter Operationen zur Festnahme serbischer Kriegsverbrecher, aktiv.

2001

Am 19. Oktober startet die Operation Enduring Freedom, als das ODA 595 (595. A-Team) der 5th SFG nachts von Usbekistan mit einem MH-47 Chinook nach Afghanistan eingeflogen wird (Mission Task Force Dagger). Aufgabe war es, Kontakt zu General Abdul Rashid Dostum aufzunehmen und mit seinen Kämpfern die Stadt Mazar-e-Sharif von den Taliban zu befreien. Das Team wurde später als HORSE SOLDIERS bekannt.

2003

Teilnahme an der Operation Iraqi Freedom.

2006

Teile der 10th SFG waren im Rahmen der Operation Enduring Freedom in Mali und Mauretanien im Einsatz, wo sie einheimisches Militär im Antiterrorkampf ausbildete und gemeinsam mit ihnen ein so genanntes Joint Combined Exchange Training durchführte.

2006

Das 1. und 3. Bataillon der 10th SFG waren gemeinsam mit der 352nd Special Operations Group der US Air Force im Senegal im Einsatz, wo sie einheimisches Militär im Antiterrorkampf ausbildete und gemeinsam mit ihnen ein so genanntes Joint Combined Exchange Training durchführte.

HORSE SOLDIERS

Die zwölf Männer der ODA 595 der 5th SFG waren die ersten amerikanischen Soldaten auf afghanischem Boden und im Verhältnis zu den Feindeskräften 1 zu 5.000 in der Unterzahl.

Das Team sollte sich mit General Abdul Rashid Dostum, einem Anführer der afghanischen Nordallianz zusammentun, um ihm zu helfen, die Region unter seine Kontrolle zu bringen. Es gab eine einzige Gemeinsamkeit, die die brüchige Nordallianz noch verband: der Wunsch, das Land von den brutalen Taliban zu befreien.

Allerdings mussten Menschen zweier grundverschiedener Kulturen lernen, für eine gemeinsame Sache zusammenzuarbeiten, gegenseitige Unterschiede zu respektierten und die einander verbindenden Gemeinsamkeiten zu schätzten.

Vor allem kamen die zwölf Männer der ODA 595 nicht als Besatzer, sie sollten die Afghanen in ihrem Freiheitskampf unterstützen, um die Region von den Taliban zu befreien. Ohne Laster, ohne Panzer - nur mit dem Pferd.

Nach der Ankunft musste das Team viel lernen - einschließlich des Reitens auf einem Pferd. Die Männer erhielten einen Reit-Crashkurs; es blieb ihnen nichts anderes übrig, da sie sonst hätten laufen müssen.

Am 10. November befreiten ODA 595 und die verbündete Miliz von General Abdul Rashid Dostum die Stadt Mazar-e-Sharif von den Taliban und markierten damit einen großen Sieg, der den Weg für den zukünftigen Erfolg ebnete. Wochen später ergaben sich die Taliban in anderen Gebieten Afghanistans.

Captain Mark Nutsch (Führer von ODA 595) und General Abdul Rashid Dostum sind seitdem befreundet und stehen auch weiterhin in engem Kontakt. Die Geschichte Horse Soldiers wurde in 12 Strong wahrheitsgetreu verfilmt, da die Soldaten von ODA 595 das Filmteam beraten haben.

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