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Militär

Ballistische Rakete

Eine ballistische Rakete (Ballistic Missile) ist eine militärische Rakete. Sie wird wegen ihrer großen Reichweiten generell gelenkt und erreicht ihr Ziel auf einer Flugbahn gemäß der Gesetze der Ballistik. Bei nicht zu großer Gipfelhöhe entspricht ihre Flugbahn im Wesentlichen der eines Geschosses.

Im Unterschied zu Marschflugkörpern (Cruise Missile) und Lenkwaffen besitzen ballistische Raketen kein Tragwerk und kein Marschtriebwerk. Sie werden nur in der Startphase angetrieben, damit sie auf die zum Erreichen des Ziels nötige Geschwindigkeit gebracht werden.

Gestartet werden diese Raketen von mobilen oder von festen Vorrichtungen. Bei Raketen mit größerer Reichweite ist der Startwinkel meist senkrecht und wird erst später in die Zielrichtung umgelenkt, um damit den Einfluss des Luftwiderstands zu verringern.

Flug

Die Flugbahn einer ballistischen Rakete besteht aus drei Phasen:

  • die angetriebene Flugphase
  • die Freiflugphase (macht den größten Teil der Flugzeit aus)
  • der Wiedereintrittsphase (eintritt in die Erdatmosphäre)

Die angetriebene Flugphase kann dabei von einigen Zehntelsekunden bis zu mehreren Minuten dauern und aus mehreren Raketenstufen bestehen. Wenn der Treibstoff aufgebraucht ist geht die Rakete in den freien Flug über. Die Wiedereintrittsphase beginnt in einer Höhe, in der der atmosphärische Luftwiderstand eine wichtige Rolle für die Flugbahn der Rakete spielt und dauert bis zum Aufprall der Rakete.

Die Flugphasen von Kurzstreckenraketen sind im Wesentlichen die ersten beiden Phasen, da sie die Atmosphäre nicht verlassen.

Bei Langstreckenraketen (Intercontinental Ballistic Missile; ICBM) beträgt die höchste Höhe (Apogäum), die während des freien Flugs erreicht wird, etwa 2.000 Kilometer. Sie treten mit sehr hohen Geschwindigkeiten in die Erdatmosphäre ein, in der Größenordnung von 6-8 Kilometern pro Sekunde (22.000-29.000 km/h).

Steuerung

Aufgrund der Flugstrecke, die wegen der Flugkurve deutlich länger ist als die Reichweite, verhindert der Einfluss atmosphärischer Bedingungen (vor allem Seitenwind) meist eine Zielausrichtung allein beim Start.

Damit wird der Einsatz eines Steuerungssystems notwendig, meist mittels eines Trägheitsnavigationssystems (inertiales Navigationssystem). Heute werden solche Steuerungen durch Satellitennavigation wie GPS oder das russische GLONASS ergänzt. Eine Steuerung findet meist nur während der Brenndauer der Triebwerke statt.

Als Reaktion auf die Weiterentwicklung der Raketenabwehr wurden auch steuerbare Sprengköpfe entwickelt, sogenannte manövrierfähige Wiedereintrittskörper (Maneuverable Reentry Vehicle; MARV).

Start

Ballistische Raketen können von festen Standorten oder mobilen Abschussvorrichtungen wie Fahrzeugen (z. B. Transporter-Errichter-Abschussvorrichtungen; TEL), Flugzeugen, Schiffen und U-Booten gestartet werden.

Arten

Ballistische Raketen haben sehr unterschiedliche Reichweiten und Einsatzmöglichkeiten. Sie werden häufig nach ihrer Reichweite in Kategorien eingeteilt. Außerdem verwenden die Länder unterschiedliche Schemata, um die Reichweiten ballistischer Raketen zu kategorisieren.

Die hier verwendete Definition der Reichweite wird von der U.S. Missile Defense Agency verwendet. In einigen anderen Quellen wird eine zusätzliche Kategorie, Long Range Ballistic Missile (LRBM), verwendet, um Raketen mit einer Reichweite zwischen IRBMs und echten ICBMs zu beschreiben.

Air-launched Ballistic MissileALBMkeine Reichweitenklassifizierung
Tactical Ballistic MissileBattlefield Range Ballistic MissileBRBMReichweite bis 300 Kilometer
Theatre Ballistic MissileTBMShort Range Ballistic MissileSRBMReichweite 300 bis 800 Kilometer
Medium Range Ballistic MissileMRBMReichweite 800 bis 3.500 Kilometer
Intermediate Range Ballistic MissileIRBMReichweite 3.500 bis 5.500 Kilometer
Intercontinental Ballistic MissileICBMReichweite > 5.500 Kilometer
Submarine-launched Ballistic MissileSLBMkeine Reichweitenklassifizierung

Die meisten aktuellen Raketen haben eine interkontinentale Reichweite. Taktische Kurz- und Mittelstreckenraketen werden häufig unter dem Begriff taktische bzw. ballistische Theaterraketen zusammengefasst. Ballistische Lang- und Mittelstreckenraketen sind in der Regel für den Einsatz von Nuklearwaffen konzipiert, da ihre Nutzlast für konventionelle Sprengstoffe zu gering ist, um im Vergleich zu konventionellen Bombern kosteneffizient zu.

Quasi-ballistische Raketen

Ein quasi-ballistischer Raketen (auch als halbballistischer Rakete bezeichnet), zu dem auch ballistische Anti-Schiffs-Rakete (Anti-ship Missile; AShM) gehören, sind Rakete die eine niedrige Flugbahn haben und/oder weitgehend ballistisch fliegen, aber während des Fluges Manöver durchführen oder unerwartete Richtungsänderungen vornehmen können.

Bei einer niedrigeren Flugbahn als eine ballistische Rakete, kann eine quasi-ballistische Rakete eine höhere Geschwindigkeit beibehalten, so dass das Ziel weniger Zeit hat, auf den Angriff zu reagieren, allerdings auf Kosten einer geringeren Reichweite.

Die russische 9K720 Iskander [NATO Code/Name: SS-26 Stone] ist eine quasi-ballistische Rakete, die mit einer Hyperschallgeschwindigkeit von 2,000 m/s (Mach 5,9) in 50 km Höhe fliegt. Die 9M723 Iskander-M [NATO Code/Name: SS-26 Stone-B] hat eine Reichweite von 500 km und erreicht eine Hyperschallgeschwindigkeit von 2.100-2.600 m/s (Mach 6-7). Während des Fluges kann sie in verschiedenen Höhen und auf verschiedenen Flugbahnen manövrieren, um einer Anti-Ballistische Rakete (Anti-ballistic Missile; ABM) auszuweichen.

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