Lexikon

Polizei Sondereinheiten

Recherche Assistance Intervention Dissuasion

Die Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion (RAID), ist eine Spezialeinheit der französischen Police nationale und untersteht der Direction Générale de la Police nationale.

Eine Besonderheit bei der RAID ist die Tatsache, dass sich bei ihr nicht nur Polizisten, sondern Personen aus allen Bereichen bewerben können.

Geschichte

Vor der Gründung der RAID hatte die Police nationale keine mit der GIGN der Gendarmerie vergleichbare Einheit und stützte sich stattdessen auf regionale Einheiten: BRI (Brigades de Recherche et d’Intervention) in Paris und die GIPNs (Groupes d’intervention de la Police nationale) in den Provinzen.

Als Reaktion auf eine Serie von Bombenanschlägen im Jahr 1985, war der Innenminister der Hauptentscheidungsträger, der auch die Schaffung der Einheit genehmigte. Die RAID wurde von den damaligen Kommissaren Robert Broussard und Ange Mancini gegründet. Broussard, einer der bekanntesten Polizeikommissare zu dieser Zeit, war einer der Berater, die das Projekt vorangetrieben haben. Mancini wurde zum ersten Kommandeur der Einheit gewählt.

Auftrag

Die RAID ist für die Sicherheit im Eurotunnel, von Kernkraftwerken, für den Einsatz bei Flugzeugentführungen, Straftaten gegen Züge und andere wichtige öffentliche Einrichtungen zuständig.

Ferner übernimmt sie den Schutz offizieller ausländischer Besucher und die Bekämpfung des Terrorismus.

Einsätze

1987

Die RAID nahm die Anführer der linksradikalen Terrororganisation Action directe fest.

1993

Den ersten der breiten Öffentlichkeit bekanntgewordenen Einsatz hatte die RAID am 13. Mai, als der geistig verwirrte Érick Schmitt 21 Kinder in einem Kindergarten in Neuilly-sur-Seine in seine Gewalt brachte. Er nannte sich selbst HB (engl. Human Bomb) und führte eine große Menge Sprengstoff mit. Als der Geiselnehmer nach 46 Stunden einschlief, drangen Angehörige der RAID in die Schule ein und befreiten die verbliebenen sechs Geiseln. Der Täter wurde bei dem Versuch, den Sprengstoff zu erreichen, getötet.

1996

Die Einheit neutralisierte in Roubaix die Gang de Roubaix, eine 14-köpfige Terroristengruppe, die der islamischen Terrororganisation GIA (Armed Islamic Group) angeschlossen war. Diese Gruppe hatte mehre Banküberfälle sowie Morde begangen, und wurde verdächtigt, einen Angriff auf das G7-Treffen in Lille verübt zu haben, der jedoch scheiterte. Der Angriff war sehr heftig und führte zum Tod von 4 Terroristen. Der Anführer der Gang, Christophe Caze, konnte während des Gefechts entkommen, wurde jedoch an einem Kontrollpunkt an der Grenze zu Belgien während eines Schusswechsels mit Zollbeamten getötet. Einige Tage später wurde Fateh Kamel, Leiter einer Terrorzelle in Montreal, dank eines auf Cazes Leiche gefundenen elektronischen Geräts in Jordanien festgenommen und in Frankreich vor Gericht gestellt.

2005

;Im Oktober und November wird die RAID bei den massiven Unruhen in den Vororten von Paris (Banlieues) und anderen französischen Städten eingesetzt. An diesen Unruhen waren vorwiegend afrikanische, nordafrikanische und arabische Jugendliche beteiligt, bei denen es zu gewaltsamen Angriffen auf die Polizei, Verbrennen von Autos, Plünderungen von Geschäften und Brandstiftung in öffentlichen Gebäuden kommt.

2006

Bei einer Geiselnahme in Versailles, griff der Geiselnehmer einen Beamten der RAID an und wurde daraufhin erschossen.

2012

Die RAID wurde beauftragt, Mohammed Merah, den Hauptverdächtigen für die Schießereien in Toulouse und Montauban (es wurden dabei sieben Menschen erschossen), zu verhaften. Als am 21.März die Einheit an dem Haus eintraf, verschanzte sich der Verdächtige. Nach 30 Stunden Belagerung stürmte die RAID die Wohnung, woraufhin Mohammed Merah sofort das Feuer eröffnete. Nach einem 4-minütigen Feuergefecht wurde Merah bei der Flucht aus dem Gebäude von einem Scharfschützen der RAID erschossen.

2015

Die RAID war auch nach dem Terroranschlag auf das Redaktionsbüro von Charlie Hebdo am 7. Januar in Paris im Einsatz. Zusammen mit der BRI aus Paris, wurde sie am 9. Januar zu einen koscheren Supermarkt an der Porte de Vincennes beordert, wo der islamische Terrorist Coulibaly mehrere jüdische Geiseln genommen hatte. Die Beamten in den Supermarkt eindringen wollte, positionierten sich die Mitglieder beider Einheiten an den Seiten des Eingangsbereiches. Als das Rolltor geöffnet war, rannte Coulibaly zwischen den überraschten Beamten hindurch ins Freie und erlitt im Kreuzfeuer 60 Treffer durch beide Sondereinheiten.

2015

Am 13. November gegen 21:50 Uhr stiegen Amimour, Mostefaï und Aggad vor dem Bataclan aus einem Auto, beschossen unvermittelt zwei junge Männer auf Leihfahrrädern und drangen durch die Bar und den Merchandisingstand in das Gebäude ein. Die Angreifer feuerten zunächst circa zehn Minuten lang mit Kalaschnikow-Sturmgewehren in das Publikum und warfen Handgranaten in die Menge. Schon zu Beginn des Anschlags gab es viele Todesopfer und teilweise schwer Verletzte (insgesamt wurden im Bataclan 89 Menschen ermordet). Zwei gegen 22:15 Uhr eingetroffene Polizisten der Brigade anti-criminalité (BAC) gelang es, Aggad zu erschießen. Sie mussten sich jedoch zurückziehen und warteten auf die RAID und BRI, die als Verstärkung zum Anschlagsort beordert wurden. Die beiden Attentäter Amimour und Mostefaï begaben sich auf die oberen Ränge, wo sie Geiseln nahmen und sich verbarrikadierten. Beamte der RAID und BRI suchten die Räume ab und befreiten nach und nach Geiseln. Ein Unterhändler der Polizei versuchte vergeblich, mit den Attentätern zu verhandeln. Beim Zugriff der Sondereinheiten gegen 0:20 Uhr töteten sich die beiden Terroristen durch Auslösen ihrer Sprengstoffwesten.

Anmerkung: Die Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris waren koordinierte, islamistisch motivierte Attentate an fünf verschiedenen Orten im 10. und 11. Pariser Arrondissement sowie an drei Orten in der Vorstadt Saint-Denis. Es handelte sich um mehrere Schusswaffenattentate, ein Massaker mit Geiselnahme sowie sechs Detonationen, die von Selbstmordattentätern mit Sprengstoffwesten ausgelöst wurden. Nach Angaben der französischen Regierung wurden 130 Menschen getötet und 683 verletzt, darunter mindestens 97 schwer. Zu den Anschlägen bekannte sich die terroristische Vereinigung Islamischer Staat (IS).

2015

Schon am 18. November führte die RAID im Pariser Vorort Saint-Denis eine Razzia durch, um den mutmaßliche Planer der Anschläge wenige Tage zuvor, Abdelhamid Abaaoud, festzunehmen. Dabei kam es zu einem erbitterten Schusswechsel, bei dem der verdächtige getötet wurde.

2016

Am 28. Dezember teilte die französische Polizei einen Einsatz der RAID gegen 2 Verdächtige in Toulouse und gleichzeitig gegen einen Mann im nahegelegenen Cugnaux mit. Die drei Festgenommenen sollen für den Neujahrstag 2017 Anschläge vorbereitet haben.

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