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Windjammer

Preussen

Preussen

Geschichte

Die Preussen war der größte und schnellste Flying P-Liner der Reederei F. Laeisz, sogar schneller als die Fünfmastbark Potosi, die sie im Südatlantik auf der Heimreise bei der einzigen verbrieften Begegnung von Rahfünfmastern auf hoher See 1906/07 überholte.

Die Rumpfkonstruktion entsprach dem Dreiinselschiffs-Typ, der von der Reederei F. Laeisz bevorzugten Schiffstyp bei allen Vier- und Fünfmastrahseglern. Die Preussen fuhr als Fünfmastvollschiff ein modernes Standardrigg mit doppelten Mars- und Bramrahen und Royalsegeln, also 30 Rahsegeln in sechs Stockwerken an allen fünf Masten. Außerdem besaß sie einen schärfer gebauten Bug und Achtersteven als jeder Klipper vor ihr.

Die Preussen war wegen ihrer ausgezeichneten Segeleigenschaften problemlos zu manövrieren, auch wenn bei Windstärke 8 und mehr wegen des Drucks auf die Ruderanlage zwei bis vier Mann das 2 m hohe Doppelruderrad halten mussten. Selbst bei Windstärke 9 konnte sie noch wenden. Bereits bei Windstärke 1 nahm sie je nach Kurs zum Wind bis zu 4 Knoten Fahrt auf (Leicht- und Schwerwindläufer).

Britische Seeleute hielten die Preussen zur damaligen Zeit für den schnellsten Segler, wofür die nie eingestellte Rekordreise nach Iquique in 57 Tagen im Jahr 1903 spricht. Als höchste Etmale erreichte das Schiff 392 sm (voll beladen) und 426 sm. Diese Schnelligkeit ermöglichte zwei komplette Rundreisen nach Chile in einem Jahr. Am 12. März 1910 segelte sie im englischen Kanal auf der 12-bis-16-Uhr-Wache die Distanz von 135 Kilometer, das entspricht 18,25 kn (33,8 km/h) und bedeutet, dass sie zeitweise über 20 Knoten gelaufen sein musste.

Das Fünfmastvollschiff Preussen war der Höhepunkt des Segelschiffbaus, absolut ökonomisch und effizient konstruiert als frachtfahrendes Segelschiff nach Maßgabe der Reederei - sie verdiente ihr Geld trotz der überwiegenden Ballastfahrten nach Chile. Denn die Reederei war auch Eigner der Salpeterladungen, die dann entsprechend verkauft wurden. Die seltene Auslastung der Schiffskapazität bei den Fahrten lag vor allem am mangelnden Frachtaufkommen für Segler nach Chile (Dampfer-Konkurrenz).

Insgesamt machte das Schiff 13 Reisen, davon zwölf nach Chile, eine 1908 über New York nach Yokohama, Chile und zurück nach Europa.

Am 6. November 1910 kollidierte die Preussen im Ärmelkanal mit dem englischen Dampfer Brighton, der vorschriftswidrig vor dem Bug des Seglers kreuzte. Als man sie mit drei Schleppern in den Hafen von Dover bringen wollte, rissen die Trossen wegen aufkommenden Sturms, und das Schiff strandete nach dem vergeblichen Versuch, sich selbständig frei zu segeln, auf den Klippen vor dem rettenden Hafen. Es gelang nicht einmal mit zwölf Schleppern, die Preussen zu befreien. Die wertvolle Ladung, unter anderem Klaviere, wurde später geborgen. Das Wrack ist mit der Zeit verfallen.

Die Royal Clipper, ein fünfmastiges Vier-Sterne-Luxus-Kreuzfahrtschiff und zurzeit das zweitgrößte Segelschiff der Welt, wurde 2000 nach dem Vorbild der Preussen gebaut.

Anmerkung:
Die Schreibweise des auf dem Schiffsrumpf aufgetragenen Namens war in Kapitalschrift PREUSSEN; zudem wurde diese Schreibweise auch in den Schriften der Reederei F. Laeisz so verwendet.

Schiffsdaten
Bauwerft:Johann Carl Tecklenborg
Geestemünde (DE)
Baunummer:179
Stapellauf:07.05.1902
Indienststellung:31.07.1902
Verwendung:Frachtsegeler
Eigner:Reederei F. Laeisz
Heimathafen:Hamburg
Nation:Deutschland
Besatzung
Stammbesatzung:46
Schiffsmaße
Länge über alles:147,00 m
Breite:  16,34 m
Tiefgang:    8,26 m
Wasserverdrängung:11.650 t
Takelung und Rigg
Takelung:Vollschiff
Anzahl Masten:5
Höhe über Deck:58,00 m
Anzahl Segel:47
Segelfläche:6.806 m²
Maschinenanlage
Maschine:
Leistung:
Geschwindigkeit
unter Motor:
unter Segeln:20,5 kn (38,0 km/h)

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